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Nach pikanten Sex-Enthüllungen: Nordirland stürzt in politische Krise

zuletzt aktualisiert: 10.01.2010 - 15:36

Belfast (RPO). Der nordirische Ministerpräsident Peter Robinson gerät wegen der Affäre seiner Frau mit einem etwa 40 Jahre jüngeren Mann zunehmend in Bedrängnis. Selbst Parteifreunde legen ihm den Rücktritt nahe. Robinsons Frau Iris soll Medienberichten zufolge inzwischen angekündigt haben, sie werde ihr Abgeordnetenmandat sowohl im nordirischen Parlament als auch im Londoner Unterhaus niederlegen. Die 60-Jährige hatte vor kurzem zugegeben, ein Verhältnis mit einem damals 19-jährigen Mann gehabt zu haben.

Iris Robinson wird außerdem vorgeworfen, sie habe von Geschäftsleuten mehrere zehntausend Pfund eingesammelt, um ihrem jugendlichen Liebhaber bei der Eröffnung eines Cafés zu helfen. Die Affäre hat die Robinsons zum Gespött der britischen Presse gemacht. Nun droht sie sich zu einer politischen Krise auszuwachsen, die auch den Friedensprozess in Nordirland gefährden könnte.

"Seine Position wird immer untragbarer"

Peter Robinson müsse als Regierungschef zurücktreten oder sein Amt zumindest vorübergehend ruhen lassen, forderte sein Amtsvorgänger David McIlveen, ein Freund des ehemaligen Chefs der probritischen Democratic Unionist Party (DUP), Ian Paisley. "Seine Position wird immer untragbarer", sagte McIlveen der BBC. "Er hat ein großes Problem damit, seine familiären Probleme zu lösen, und ich persönlich glaube nicht, dass das Privatleben eines Menschen sein öffentliches Leben nicht beeinflusst."

Die Koalition der protestantischen DUP mit der katholischen Sinn Fein steht ohnehin schon auf wackeligen Füßen. Belastet wird das Verhältnis der Regierungspartner unter anderem durch Robinsons Weigerung, mehr Vollmachten für die Justiz von London nach Belfast zu übertragen.

Die politischen Spannungen gehen mit Anschlägen von IRA-Dissidenten einher. Im vergangenen Jahr kamen dabei zwei Soldaten und ein Polizist ums Leben. Am Freitag wurde ein Polizist bei einem Bombenanschlag schwer verletzt. Der 33-Jährige schwebte am Wochenende weiter in Lebensgefahr. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte 1997 eine Waffenruhe verkündet - viele ihrer radikalen Anhänger akzeptieren diese jedoch nicht.

Quelle: AP/jre/fb

 
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