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Trump sei ein "alter Verrückter"
Nordkorea bestreitet Folter von Warmbier – und greift Trump an

Nordkorea bestreitet Folter von Otto Warmbier – und greift Donald Trump an
Otto Warmbier wird im März 2016 nach seiner Verurteilung von zwei nordkoreanischen Polizisten eskortiert. FOTO: dpa, CD pat vge
Seoul. Im Streit mit den USA hat Nordkorea mit neuen Schmähungen nachgelegt: Donald Trump sei ein "alter Verrückter". Der US-Präsident hatte dem Land vorgeworfen, den Studenten Otto Warmbier gefoltert zu haben.

Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag mit nordkoreanische Außenministerium. Anlass für diesen Befund waren Trumps Äußerungen zum Fall des US-Studenten Otto Warmbier, der nach seiner Haftzeit in Nordkorea gestorben war. Trump hatte dem Land vorgeworfen, Warmbier gefoltert zu haben.

Nordkoreas Außenministerium widersprach. Es warf Trump nun vor, "sogar einen Toten für seine Verschwörungskampagne zu nutzen, um den internationalen Druck auf die Demokratische Volksrepublik Korea zu steigern". Pjöngjang legte den USA zur Last, den Studenten Warmbier auf eine "kriminelle Mission" nach Nordkorea geschickt zu haben.

Todesumstände weiterhin ungeklärt

Die Todesumstände des US-Studenten Otto Warmbier, der monatelang in Nordkorea inhaftiert war, bleiben indes ungeklärt. "Wir konnten keine eindeutigen Spuren dafür finden, dass sein durch Sauerstoffmangel hervorgerufener Gehirnschaden durch Folter ausgelöst wurde", sagte die Gerichtsmedizinerin Lakshmi Sammarco bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (Ortszeit).

Warmbiers Körper und sein Gesicht seien für jemanden, der über ein Jahr bettlägerig verbracht hat, in einem exzellenten Zustand gewesen, so Sammarco weiter.

Video: US-Student Otto Warmbier ist tot

Sammarco reagierte damit auf Vorwürfe von Warmbiers Eltern. Am Dienstag sagten die Eltern in einem Interview dem TV-Sender Fox News, dass Nordkorea ihren Sohn gefoltert und "zerstört" habe. Daraufhin schrieb Trump auf Twitter, dass der Student "schrecklich gefoltert" worden sei.

Warmbier war während einer Nordkorea-Reise im März 2016 wegen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er fiel ins Koma und wurde schließlich "aus humanitären Gründen" freigelassen. Im Juni starb er wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA.

(veke/AFP/dpa)
 
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