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Atomkonflikt mit den USA
Kim Jong Un lobt militärische Angriffspläne für Guam

Nordkorea: Kim Jong Un rühmt militärische Angriffs-Pläne für Guam
Nordkoreaner verfolgen am Fernsehschirm Kim Jong Uns Ankündigungen zu Plänen des Militärs. FOTO: ap, JM
Seoul/Washington. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un lässt im der Auseinandersetzung mit den USA nicht locker: Er ließ sich über die militärischen Pläne für einen Einsatz nahe des US-Außengebiets Guam informieren und bezeichnete diese offenbar als "dicht und vorsichtig".

Nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur des Landes, KCNA, habe der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un den USA bei einer Inspektion der Raketentruppen gedroht: Er werde eine Anordnung geben, falls die USA mit ihren "extrem gefährlichen Handlungen" auf der koreanischen Halbinsel fortfahren würden, wird er zitiert. Von den USA forderte der nordkoreanische Machthaber ein Einlenken im Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm.

Die nordkoreanischen Streitkräfte hatten in der vergangenen Woche erklärt, Pläne für einen möglichen Einsatz in der Nähe des US-Außengebiets Guam im Pazifik auszuarbeiten. Unter anderem sollten dabei vier ballistische Raketen eingesetzt werden, hieß es. Anschließend sollte die Ausarbeitung an Kim weitergereicht werden.

US-Verteidigungsminister James Mattis hatte am Montag (Ortszeit) gesagt, dass ein nordkoreanischer Raketenangriff auf US-Gebiet Krieg bedeuten würde. "Wenn sie auf die Vereinigten Staaten feuern, könnte das sehr schnell in einen Krieg eskalieren. Ja, es wird Krieg genannt, wenn sie auf uns schießen."

Verteidigungsminister Mattis verschärft Rhetorik

Kurz darauf präzisierte Mattis seine Worte nochmals: "Wenn sie auf die Vereinigten Staaten schießen, nehme ich an, dass sie die Vereinigten Staaten treffen. Wenn sie das tun, geht es los." Er benutzte dabei den englischen Ausdruck "it's game on".

Falls die Vereinigten Staaten eine Rakete entdeckten, die auf amerikanischen Boden zusteuere, würden die USA diese "beseitigen", so Mattis. Auf die Frage, was geschehe, wenn Radarsysteme eine Rakete entdeckten, die auf die Gewässer rund um Guam zusteuere, sagte er, dann werde die Angelegenheit vor US-Präsident Donald Trump gebracht, der über eine Reaktion entscheide.

Kim fordert Ende "arroganter Provokationen"

Kim will der nordkoreanischen Agentur KCNA zufolge die Entwicklung zunächst weiter verfolgen. Er sehe vorerst davon ab, Raketen in Richtung von Guam abzufeuern, dem Standort zahlreicher US-Miltärstützpunkte. Er wolle das Verhalten Washingtons erst "noch etwas länger beobachten". Zeitgleich forderte Kim von den USA ein sofortiges Ende der "arroganten Provokationen" und "einseitigen Forderungen". Die Amerikaner sollten angesichts der angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel "mögliche Gewinne oder Verluste mit klarem Kopf abwägen".

Um einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu verhindern, sollten die Amerikaner als ersten Schritt eine "ordentliche Option" unterbreiten und darauf Taten folgen lassen, sagte Kim. Schließlich hätten die USA ein gewaltiges nukleares Arsenal rund um Korea aufgestellt.

EU will konstruktive Gespräche unterstützen

Die EU-Staaten wollen ihre diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Beilegung der Krise verstärken. Wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am späten Montagabend nach einem Sondertreffen der zuständigen EU-Botschafter mitteilte, soll dazu verstärkt die Diskussion mit den früheren Teilnehmern der 2009 abgebrochenen Sechs-Parteien-Gespräche gesucht werden. Diese waren 2003 ins Leben gerufen worden, um den Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm zu entschärfen. Zu den Teilnehmern gehören neben Nordkorea die USA, China, Russland, Japan und Südkorea.

"Es dürfen keinerlei diplomatischen Bemühungen gescheut werden, um zu verhindern, dass es eine weitere Eskalation gibt", kommentierte Mogherini. Die Europäische Union sei bereit, den Prozess in Richtung eines glaubwürdigen und konstruktiven Dialogs zwischen Nordkorea und der internationalen Gemeinschaft zu unterstützen.

Der Führung Nordkoreas drohte Mogherini hingegen weitere Sanktionen an. Angesichts der beschleunigten Fortführung des Atomprogramms werde die EU weitere angemessene Maßnahmen und Antworten in Erwägung ziehen, teilte sie mit.

Südkoreaner fordern friedliche Lösung

Der südkoreanische Präsident hat eine "absolut friedliche" Lösung der politischen Krise mit Nordkorea gefordert. Es könne keine militärischen Schritte der USA ohne das Einverständnis Südkoreas geben, sagte Moon Jae In am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Seine Regierung werde alles aufs Spiel setzen, um einen Krieg auf der Koreanischen Halbinsel zu verhindern. Wenn Nordkorea sein Atomwaffen- und Raketenprogramm beende, könnten Bedingungen für Gespräche entstehen, so Moon.

(juju/ap/dpa/AFP)
 
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