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  Foto: KCNA/FILES, AFP
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Sicherheitsrat verurteilt Atomtest einstimmig: Nordkorea plant weitere Raketentests

zuletzt aktualisiert: 26.05.2009 - 07:50

Seoul (RPO). Nach seinem unterirdischen Atomwaffentest droht Nordkorea nun nun eine weitere Resolution des UN-Sicherheitsrats. In einer Dringlichkeitssitzung verurteilten die 15 Ratsmitglieder am Montag einstimmig den Test und nahmen Beratungen über eine gemeinsame Entschließung auf. Nach südkoreanischen Informationen bereitet Nordkorea offenbar neue Tests mit Kurzstreckenraketen vor.

US-Botschafterin Susan Rice erklärte, der UN-Sicherheitsrat verurteile Nordkoreas Atomtest einstimmig.  Foto: AP, AP
US-Botschafterin Susan Rice erklärte, der UN-Sicherheitsrat verurteile Nordkoreas Atomtest einstimmig. Foto: AP, AP

In ihrer vom russischen UN-Botschafter Witali Tschurkin verlesenen Erklärung bezeichnete der UN-Sicherheitsrat den unterirdischen Atomtest als "klaren Verstoß gegen die UN-Resolution 1718". Laut Tschurkin nahmen die Ratsmitglieder in einem zweiten Schritt nach der Erklärung die Arbeit an einer Resolution auf. US-Botschafterin Susan Rice sagte, Washington wolle eine "starke Entschließung mit starken Maßnahmen" gegen Nordkorea.

Mehrere westliche Vertreter, darunter auch EU-Chefdiplomat Javier Solana, befürworteten weitere Sanktionen gegen Pjöngjang. Nordkorea sei eine "ernsthafte Gefahr für Frieden und Sicherheit", sagte Solana dem "Hamburger Abendblatt". Nordkorea müsse für sein Verhalten "einen Preis bezahlen", forderte der französische Vertreter Jean-Pierre Lacroix.

Nordkorea hatte am Montag nach eigenen Angaben zum zweiten Mal seit 2006 unterirdisch einen atomaren Sprengsatz gezündet. Der neue Test ist ein schwerer Rückschlag in den seit sechs Jahren andauernden Bemühungen, Nordkorea von seinen Ambitionen auf ein Atomwaffenprogramm abzubringen.

Im Oktober 2006 hatte der UN-Sicherheitsrat in seiner Resolution 1718 Nordkorea weitere Atomwaffen- oder Raketentests untersagt. Nach zwischenzeitlichen Verhandlungserfolgen hatte Pjöngjang Anfang April eine Langstreckenrakete getestet. Dies zog eine scharfe Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat sowie weitere Sanktionen nach sich - gefolgt von neuen nordkoreanischen Provokationen.

Nach Informationen der südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap erklärte Pjöngjang inzwischen das Gelbe Meer vor der Küste von Jungsan zum Sperrgebiet für Schiffe. Offenbar werde Nordkorea noch im Laufe des Dienstags oder am Mittwoch Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von 160 Kilometern abfeuern, zitierte die Agentur einen Regierungsvertreter in Seoul.

Südkorea berief eine Krisensitzung der wichtigsten Militärkommandeure ein. Als weitere Reaktion kündigte die Regierung in Seoul ihren Beitritt zur US-Initiative gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen (PSI) an. Die 2003 gegründete Initiative erlaubt unter anderem die Durchsuchung verdächtiger Schiffe. Bisher war Südkorea nur Beobachter. Nordkorea hatte wiederholt damit gedroht, eine Beteiligung Seouls an der Initiative als Kriegserklärung aufzufassen.

US-Präsident Barack Obama telefonierte unterdessen mit seinem südkoreanischen Kollegen Lee Myung Bak und dem japanischen Regierungschef Taro Aso, um die weitere Reaktion auf die nordkoreanischen Provokationen zu "koordinieren", wie das Weiße Haus mitteilte. Obama hatte den Atomtest zuvor scharf verurteilt und eine klare Antwort der internationalen Gemeinschaft gefordert.  

Quelle: AFP

 
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