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Atomstreit
Nordkorea produziert wohl wieder Plutonium

Tokio . Nordkorea hat nach eigenen Angaben die Produktion von Plutonium wieder aufgenommen. Pjöngjang will weiter Atombombentests vornehmen.

Das nordkoreanische Institut für Atomenergie, das den wichtigsten Atomkomplex des Landes in Yongbyon betreibt, habe verbrauchte Atombrennstäbe aus einem Atomreaktor wieder aufbereitet, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo aus einem Interview mit dem Institut. Aus verbrauchten Atombrennstäben kann Plutonium für die Herstellung von Atombomben gewonnen werden.

Im Juni hatte bereits die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gewarnt, es gebe Hinweise, dass Nordkorea die Wiederaufbereitungsanlage in Yongbyon wieder in Betrieb genommen habe. Der Reaktor von Yongbyon war 2007 im Rahmen einer internationalen Vereinbarung stillgelegt worden, die im Gegenzug für Nahrungsmittelhilfen Schritte zur Abrüstung vorsah. Nach dem dritten Atombombentest 2013 begann Nordkorea aber, den Reaktor wieder herzurichten.

Das Institut für Atomenergie schloss weitere Atombombentests nicht aus. "Solange die Vereinigten Staaten uns ständig mit Atomwaffen bedrohen, werden wir Atomwaffentests nicht stoppen", erklärte das Institut in dem schriftlichen Interview mit Kyodo. Erst am 6. Januar hatte Nordkorea seinen vierten Test vorgenommen. In der Folge verschärfte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das Land. Laut Kyodo erklärte das Institut auch, es sei ihm gelungen, Atomwaffen "kleiner und leichter" zu machen.

(crwo/afp)
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