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Streit um Atom-Programm
Nordkorea sagt Treffen mit USA offenbar kurzfristig ab

Nordkorea sagt Treffen mit den USA offenbar kurzfristig ab
US-Vizepräsident Mike Pence und Kim Yo Jong, die Schwester von Nordkoreas Machthaber, bei der Eröffnungsfeier. FOTO: afp
Washington. Die USA waren nach eigenen Angaben dazu bereit, Vertreter von Nordkorea während der Olympischen Winterspiele zu treffen. Demnach wollte US-Vizepräsident Pence mit der Schwester von Machthaber Kim Jong Un sprechen. Nordkorea soll das Treffen aber kurzfristig abgesagt haben.

Das berichtet die "Washington Post". Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, bestätigte den Bericht. US-Vizepräsident Mike Pence habe bei dem Treffen mit Kim Yo Jong die Notwendigkeit unterstreichen wollen, dass das asiatische Land sein Atomwaffen- und Raketenprogramm aufgeben müsse. Die Vereinigten Staaten bedauerten, dass Nordkorea die Möglichkeit nicht wahrgenommen habe. Bei der Eröffnung der Winterspiele in Pyeongchang (Südkorea) waren Pence und eine nordkoreanische Delegation anwesend gewesen, darunter auch die Schwester von Machthaber Kim Jong Un und das protokollarische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam.

Schwester von Kim Jong Un verfolgt Eröffungsfeier FOTO: rtr, IK/BSP

Wie aus der Trump-Regierung verlautete, waren die USA von einem Treffen am 10. Februar ausgegangen - dem letzten Tag von Pences Besuch bei den Olympischen Spielen. Bekannt wurde nicht, wann genau Nordkorea den Termin absagte und wo sich die Vertreter beider Länder unter welchen Bedingungen getroffen hätten.

Keine Erklärung aus Nordkorea

Vor seiner Landung in Pyeongchang hatte Pence gegenüber Reportern gesagt, die USA hätten eine Zusammenkunft mit Nordkorea nicht angefragt. Falls es aber trotzdem dazu komme, sei seine Botschaft klar: Nordkorea müsse sein Atom- und Raketenprogramm aufgeben. Nordkorea hatte zuvor erklärt, weder das Interesse an einem Treffen noch die Absicht dazu zu haben.

Bei dem Treffen habe Pence eine "kompromisslose Botschaft" zur Einstellung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms überbringen wollen, sagte der Stabschef des Vizepräsidenten, Nick Ayers. "Vielleicht war das der Grund, dass sie vor dem Treffen davonliefen, oder vielleicht gab es nie ernsthafte Absichten, sich zusammenzusetzen." Nordkorea äußerte sich zu den Vorwürfen aus Washington zunächst nicht.

Seit Trumps Amtsübernahme versucht die US-Regierung, den wirtschaftlichen Druck auf Nordkorea zu erhöhen und das Land so zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Washington droht mit militärischem Handeln und betont zugleich, eine diplomatische Lösung sei für alle Seiten besser. Über die Bedingungen für eine diplomatische Annäherung gab es aus den USA bislang widersprüchliche Angaben.

(wer/dpa/ap/afp)
 
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