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Waffentests
Nordkorea schießt zwei Raketen ins Meer

Februar 2016: Kim Jong Un freut sich über Raketenstart
Februar 2016: Kim Jong Un freut sich über Raketenstart FOTO: afp, jyj/tbr
Seoul. Nordkorea hat am Freitag erneut zwei Raketen ins Meer geschossen. Nach US-Angaben handelte es sich vermutlich um Mittelstreckenraketen. Die USA und Südkorea werten dies als erneute Provokation des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un. Der UN-Sicherheitsrat wollte noch am Freitag zusammentreten.

Die USA berichten von zwei Rakten des Typs Rodong, die von Nordkorea aus in Meer geschossen wurden. Zuvor hatte Südkorea von einer Rakete gesprochen, die nach rund 800 Kilometern vor der Ostküste Nordkoreas ins Meer gestürzt sei. Sie sei in Sukchon im Südwesten des international isolierten Landes abgefeuert worden, teilte Südkoreas Verteidigungsministerium mit.

Etwa zwanzig Minuten später wurde laut den USA eine zweite Rakete abgefeuert, die aber bald vom Radar verschwand. Militärs vermuteten, die Rakete könnte in der Luft explodiert sein. Die von den USA vermuteten Rodong-Raketen haben eine maximale Reichweite von 1300 Kilometern.

Seit dem Beginn eines gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas vor zwei Wochen gibt es fast täglich neue Drohungen Pjöngjangs.

Südkorea ist bereit, auf Bedrohung zu reagieren

Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums sagte in Seoul, das Militär seines Landes sei jederzeit bereit, auf eine Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Nordkorea zu reagieren.

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe verurteilte den Raketentest ebenfalls. Nordkorea solle Zurückhaltung üben, forderte Shinzo Abe. Japan werde Maßnahmen ergreifen, um auf jede Situation reagieren zu können. Sein Land werde eine Antwort mit den USA, Südkorea und anderen betroffenen Ländern koordinieren, sagte der Ministerpräsident.

Das US-Außenministerium rief Pjöngjang auf, auf jede weitere Handlung zu verzichten, die "die Spannungen weiter anheizen" könnte. Am Donnerstag hatten auch die USA ihre Sanktionen gegen Nordkorea verschärft. Die neuen Raketentests riefen die Vereinten Nationen auf den Plan. Auf Initiative der USA werde der UN-Sicherheitsrat noch am Freitag zusammentreten, verlautete aus Diplomatenkreisen am Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York.

UN hat im März Sanktionen beschlossen

Nordkorea hatte am 6. Januar seinen vierten Atomwaffentest seit dem Jahr 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekanntgegeben. Seither folgten mehrere weitere. Sämtliche Aktionen verstießen gegen UN-Resolutionen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen Pjöngjang.

Vor wenigen Tagen hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un angekündigt, "in Kürze" einen neuen Atomwaffentest abzuhalten. Neben einem neuen Atomsprengkopf sollten auch "mehrere Arten" ballistischer Raketen getestet werden, sagte Kim laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Die Tests sollen demnach die Fähigkeiten Nordkoreas zu "nuklearen Angriffen" erhöhen. Nordkorea müsse in der Lage sein, einen atomaren Erstschlag auszuführen, forderte Kim.

Zuvor hatte er auch mit einem präventiven Atomschlag gedroht. Kriegsdrohungen gehören zur Rhetorik des isolierten Staates, wann immer die Spannungen wachsen, doch sind sich die meisten Experten einig, dass der Norden kein Interesse an einem militärischen Konflikt hat.

US-Streitkräfte seien für Gegenschläge gewappnet

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte kürzlich, das Land habe bisher nicht bewiesen, dass es eine Interkontinentalrakete mit einem Atomsprengkopf bestücken könne. Überdies seien die US-Streitkräfte gewappnet, um "Angriffe mit Gegenschlägen zu eliminieren, falls es notwendig ist". Experten sind sich aber einig, dass Nordkorea über mehrere Atomsprengköpfe verfügt.

Hintergrund der jüngsten Eskalation ist offenbar das jährlich stattfindende gemeinsame Militärmanöver Südkoreas mit den USA. An der seit Anfang März laufenden knapp zweimonatigen Übung beteiligen sich mit 300.000 südkoreanischen und 17.000 US-Soldaten dieses Mal so viele Soldaten wie noch nie.

 

(rent/AFP/reu)
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