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Geständnis unter Tränen
US-Student vor Gericht in Nordkorea vorgeführt

Nordkorea: US-Student Otto Warmbier vor Gericht vorgeführt
Der US-Student Otto Warmbier verbeugt sich, als er vor Reportern in Pjöngjang vorgeführt wird. FOTO: ap
Pjöngjang. Ein inhaftierter Student aus den USA ist in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang vor Medienvertretern vorgeführt worden. Der 21-Jährige hatte offenbar ein politisches Banner stehlen wollen - wofür er sich unter Tränen entschuldigte.

Der Student Otto Warmbier erklärt, er habe auf Geheiß eines Kirchenmitglieds aus seiner Heimat gehandelt. Die Geistliche habe es als eine "Trophäe" haben wollen, sagte der junge Mann.

Das abgeschottete Nordkorea hatte Ende Januar bekanntgegeben, dass es Warmbier festgenommen habe. Der Student der University of Virginia soll nach dem Betreten des Landes als Tourist "mit der stillschweigenden Duldung der US-Regierung und unter ihrer Manipulation" eine antistaatliche Straftat begangen haben. Welche Strafe dem 21-Jährigen blüht, ist völlig unklar.

Warmbiers Erklärung vom Montag zufolge wollte er das Banner mit einem politischen Slogan als eine Trophäe für die Mutter eines Freundes mitbringen, die für eine Kirche arbeitet. Ihm sei ein Gebrauchtwagen im Wert von 10 000 Dollar dafür angeboten worden. Außerdem habe er die Versicherung erhalten, dass 200 000 Dollar an seine Mutter gezahlt würden, wenn er verhaftet werde und nicht wieder in seine Heimat im US-Staat Ohio zurückkehre.

In vorherigen Fällen in der Vergangenheit haben Festgenommene in Nordkorea ihre öffentlichen Bekenntnisse nach ihrer Freilassung häufig widerrufen. Nordkorea wirft den USA und Südkorea regelmäßig vor, Spione ins Land zu schicken, um die politische Führung um Machthaber Kim Jong Un zu stürzen.

(hebu/ap)
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