Wirtschaftskrise in den USA: Obama appelliert an US-Unternehmen
zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 - 06:46Washington (RPO). US-Präsident Barack Obama hat die amerikanischen Unternehmen aufgefordert, mehr zu investieren und auch mehr Arbeitsplätze zu schaffen. "Viele Ihrer eigenen Betriebswirte und Verkäufer gehen jetzt von einem robusten Anstieg der Nachfrage aus", sagte der Präsident am Montag bei einem Treffen mit Vertretern der Handelskammer.
"Ich will Sie daher ermutigen, ins Spiel einzusteigen." Obama zeigte Verständnis für die Schwierigkeiten, mit denen Unternehmen konfrontiert seien. Insbesondere sprach er die amerikanischen Unternehmenssteuern an, die eine Last und zu hoch seien. Dieses Hindernis könne die Regierung abbauen, sagte Obama.
Die Mitglieder der Kammer hörten dem Präsidenten höflich zu, blieben in ihren Äußerungen jedoch unverbindlich. Einige zeigten sich anschließend misstrauisch. "Werden sie das durchziehen, oder geht es hier nur um das politische Spiel, das Richtige zu sagen, und das war es dann?" fragte die Unternehmerin Juliana Zoto Efessiou. Der Präsident der Handelskammer, Thomas Donohue, sagte dem Sender Fox News, der neue Tonfall habe Zustimmung gefunden. "Wir freuen uns darauf, die Dinge gemeinsam anzugehen", sagte er.
Skepsis auf Seiten der Unternehmer
Das Verhältnis zwischen Obama und den Unternehmern war in den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit schwierig. Mit seiner Reform der Finanzmärkte und des Gesundheitssystems sowie seiner scharfen Kritik an Manager-Gehältern machte er sich in diesen Kreisen nicht viele Freunde. Um die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit von etwa neun Prozent zu senken, ist Obama aber auf die Hilfe der Wirtschaft angewiesen. Trotz Steuervergünstigungen und staatlicher Milliarden-Aufträge halten die Konzerne jedoch ihr Geld beisammen oder stecken es in Übernahmen.
Obama ist insbesondere seit der empfindlichen Niederlage seiner Demokraten bei den Kongresswahlen im November auf die Unternehmer zugegangen. Unter anderem stimmte er bei der Verlängerung von Steuervergünstigungen einem Kompromiss mit den Republikanern zu. Vor kurzem holte Obama sich den Chef des Mischkonzerns General Electric, Jeffrey Immelt, als Berater an seine Seite und ernannte den früheren JPMorgan-Manager Bill Daley zu seinem Stabschef. Im kommenden Jahr finden Präsidenten- und Kongresswahlen statt. Die wirtschaftliche Lage gilt jetzt schon als das beherrschende Thema.
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