54-Jährige: Größte Ehre meines Lebens: Obama benennt Hispano-Amerikanerin für Obersten Gerichtshof
zuletzt aktualisiert: 26.05.2009 - 20:18Washington (RPO). Die US-Bundesrichterin Sonia Sotomayor soll in den Obersten Gerichtshof der USA aufrücken. Nach ihrer Bestätigung im Senat wäre die 54-Jährige das erste Mitglied der hispano-amerikanischen Bevölkerungsgruppe im Supreme Court und die zweite Frau unter den neun Richtern. US-Präsident Barack Obama nominierte die Juristin am Dienstag als Nachfolgerin des zurückgetretenen Richters David Souter.
"Mir zerspringt das Herz vor Dankbarkeit", sagte Sotomayor nach ihrer Nominierung. Dies sei für sie die größte Ehre ihres Lebens, die sie zugleich mit tiefster Demut erfülle. Obama hatte zuvor erklärt, er suche einen Kandidaten, der Intellekt und Mitgefühl vereine und die Fähigkeit besitze, die Sorgen gewöhnlicher Amerikaner zu verstehen. Sotomayor, die sich aus sehr einfachen Verhältnissen hochgearbeitet hat, betonte: "Ich bin stets darum bemüht, nie zu vergessen, welche Konsequenzen meine Entscheidungen in der realen Welt haben können."
Die 54-Jährige, die seit ihrer Kindheit an Diabetes leidet, wuchs in einer Sozialbausiedlung der New Yorker Bronx auf, wohin ihre Eltern aus Puerto Rico gezogen waren. Ihr Vater starb, als sie neun Jahre alt war. Schon als kleines Mädchen wollte sie Richterin werden und lernte in der Schule fleißig, um sich diesen Traum erfüllen zu können.
Verjüngung des liberalen Flügels im Supreme Court
Sotomayor studierte in Princeton und Yale und arbeitete später als Staatsanwältin und private Rechtsanwältin. Zur Bundesrichterin wurde sie 1992 vom republikanischen Präsidenten George Bush senior berufen. Dessen demokratischer Nachfolger Bill Clinton ernannte sie 1997 zur Berufungsrichterin. Nach Regierungsangaben verfügt sie über größere richterliche Erfahrung als jeder andere Jurist, der in den vergangenen 70 Jahren in den Supreme Court geschickt wurde.
Da Obamas Demokratische Partei im Senat über eine deutliche Mehrheit verfügt, gilt Sotomayors Bestätigung als Formsache. An der politischen Ausrichtung des Obersten Gerichtshofs würde sich allerdings wenig ändern, da auch Souter als relativ liberal galt. Doch würde Sotomayor den liberalen Flügel des Gerichts verjüngen.
Die Obersten Richter der USA bleiben im Amt, bis sie zurücktreten oder sterben. Der jeweilige US-Präsident hat damit die Möglichkeit, mit seinen Ernennungen die Politik noch lange über seine eigene Amtszeit hinaus zu beeinflussen. Unter Expräsident George W. Bush rückte das einflussreiche Gremium nach rechts. Die jetzige Nominierung ist die erste von Seiten eines demokratischen Präsidenten seit 15 Jahren.
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