US-Wirtschaft: Obama hilft Mittelstand aus Kreditklemme
zuletzt aktualisiert: 16.03.2009 - 19:40Washington (RPO). Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise greift US-Präsident Barack Obama dem unter der Kreditklemme leidenden amerikanischem Mittelstand unter die Arme. Obama erhöhte am Montag mit neuen Anordnungen den Druck auf die Banken, kleine und mittlere Betriebe künftig großzügiger mit Krediten zu versorgen. Der Staat selbst schießt 730 Millionen Dollar bei, um Kreditgebühren zu senken und Bürgschaften für Mittelstandsfinanzierungen aufzustocken.
Außerdem will die Regierung Kredite kleiner Unternehmen aufkaufen, für die sich auf dem freien Kapitalmarkt kaum noch Käufer finden. Die Mittel für diese Vorhaben stammen aus dem bereits verabschiedeten Konjunkturpaket.
Außerdem wies der Präsident die 21 größten Banken der USA, die staatlichen Finanzhilfe erhalten haben, an, jeden Monat Rechenschaft über ihre Kreditvergabe an kleinere Unternehmen abzulegen. Kleinere Banken müssen dieser Pflicht einmal im Quartal nachkommen. Auch Banken, die keine Staatshilfe bekommen, fordert die Regierung auf, sich "besondere Mühe" zu geben, um mehr Kredite an kleine und mittlere Firmen zu vergeben.
An der Seite von Finanzminister Timothy Geithner bezeichnete Obama den Mittelstand als einen der wichtigsten Motoren auf dem US-Arbeitsmarkt. Die jetzt verkündeten Projekte seien nur ein erster Schritt.
"Gewaltiger Schritt"
"Das ist ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung", sagte der Leiter der Mittelstandsabteilung in der US-Handelskammer, Giovanni Coratolo. Die geplanten Maßnahmen würden die Banken veranlassen, wieder mehr Kredite für den Mittelstand bereitzustellen. "Viele kleine Unternehmen werden davon profitieren." Etwa 70 Prozent der Arbeitnehmer in den USA sind Schätzungen zufolge bei Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt.
Börse erfreut über Bernankes Optimismus
Notenbankchef Ben Bernanke hält unterdessen eine Überwindung der Rezession bereits in diesem Jahr für möglich. Voraussetzung sei die Stabilisierung des Bankensystems, sagte Bernanke am Sonntagabend dem Fernsehsender CBS.
"Wir haben einen Plan", erklärte der Notenbankpräsident. "Wir arbeiten daran. Und ich denke, dass wir dies stabilisiert bekommen, und dass wir wahrscheinlich in diesem Jahr erleben werden, dass die Rezession zu einem Ende gelangt." Entscheidend sei, dass die Banken wieder den Kreditfluss in Gang brächten.
Bernankes Optimismus beflügelte zu Wochenbeginn die Börsen weltweit. Der Deutsche Aktienindex DAX schaffte es über die 4.000-Punkte-Marke und schloss mit einem Plus von rund 2,3 Prozent bei rund 4.045 Zähler. An der Wall Street stieg der Dow Jones Index im mittäglichen Handel (Ortszeit) um 105,61 Punkte oder 1,46 Prozent auf 7.329,59 Zähler.
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