Versuchter Anschlag von Detroit: Obama macht Al Qaida verantwortlich
zuletzt aktualisiert: 02.01.2010 - 10:52Honolulu (RPO). US-Präsident Barack Obama hat das Terrornetzwerk Al Qaida für den versuchten Anschlag auf eine Passagiermaschine an Weihnachten verantwortlich gemacht. Künftig wolle sein Land besser mit dem Jemen zusammenarbeiten, um das Netzwerk zu schwächen.
Die Al-Qaida-Organisation im Jemen habe den Attentäter ausgebildet und vorbereitet, sagte Obama am Samstag und kündigte eine Verfolgung der Drahtzieher an. Der britische Premierminister Gordon Brown schlug ein Treffen zum Jemen vor.
Die USA würden den verantwortlichen regionalen Ableger des Terrornetzwerks, die Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel, für den gescheiterten Anschlag zur Rechenschaft ziehen, sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunk- und Videoansprache. Die USA seien "im Krieg" mit dem "weitverzweigten Netzwerk der Gewalt und des Hasses". Bislang hatten US-Vertreter nicht von einer direkten Verantwortung der Al Qaida für den Anschlagsversuch gesprochen, sondern lediglich von "Verbindungen". Das Terrornetzwerk selbst hatte sich bereits am vergangenen Montag zu dem Anschlagsversuch bekannt.
Zu neuesten Erkenntnissen über den Attentäter, einen 23-jährigen Nigerianer, sagte Obama: "Wir wissen dass er in den Jemen reiste, ein von erdrückender Armut und tödlicher Aufruhr erfasstes Land." Der Mann sei von der Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel ausgebildet worden. Die Terrororganisation habe ihn mit Sprengstoff ausgestattet und den Angriff auf das Flugzeug aufgetragen. Der 23-jährige Umar Farouk Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, eine US-Passagiermaschine mit fast 300 Menschen an Bord im Landeanflug auf Detroit in die Luft zu sprengen.
In der vom Weißen Haus im Internet veröffentlichten Videobotschaft drohte Obama eine Verfolgung der Drahtziehern des gescheiterten Attentats an: "Alle diejenigen, die an dem versuchten Terrorakt an Weihnachten beteiligt waren, sollen wissen - sie werden zur Rechenschaft gezogen werden."
Obamas Ansprache wurde nach Beratungen des US-Präsidenten mit ranghohen Sicherheitsberatern veröffentlicht. Nach Angaben des Weißen Hauses telefonierte Obama von seinem Urlaubsort in Hawaii aus mit dem Chef des nationalen Sicherheitsrats, Denis McDonough, und seinem Anti-Terror-Berater John Brennan. Am Wochenende wollte Obama ausführlich die von ihm angeforderten Berichte über die Hintergründe des Anschlagsversuchs studieren. Für Dienstag berief er die obersten Chefs der zuständigen Geheimdienste ins Weiße Haus ein, um über Konsequenzen aus den Sicherheitspannen und dem mangelnden Informationsaustausch zwischen den Geheimdiensten zu beraten.
Der britische Premierminister Gordon Brown schlug für Ende Januar in London ein internationales Treffen zum Jemen vor. Die Zusammenkunft solle parallel zur Afghanistan-Konferenz am 28. Januar in der britischen Hauptstadt stattfinden, teilte die Regierung am Freitag mit. Bei dem Treffen soll es um die Bekämpfung von Extremisten im Jemen gehen.
Die jemenitische Regierung begrüßte die Ankündigung aus London. Dies sei ein "Schritt in die richtige Richtung", zitierte die Nachrichtenagentur Saba am Samstag einen Regierungssprecher. Das Treffen werde eine internationale Unterstützung für den Jemen und seine Bemühungen im Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit mobilisieren. Beides in den Griff zu bekommen sei "das beste Mittel", um Extremismus zu bekämpfen und jüngere Menschen davor zu bewahren, sich in diese Richtung zu orientieren, sagte der Sprecher.
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