Grundsatzrede des US-Präsidenten in Kairo: Obama will auf Muslime zugehen
zuletzt aktualisiert: 30.05.2009 - 13:50Washington (RPO). Der Nahost-Konflikt, Terrorismus und Energiefragen stehen auf der Tagesordnung der nächsten Auslandsreise von Barack Obama, die ihn nach Saudi-Arabien, Ägypten, Deutschland und Frankreich führt. Im Mittelpunkt steht unstrittig ein Besuch in Kairo, wo der US-Präsident am Donnerstag eine Grundsatzrede zum Verhältnis zwischen Washington und der islamischen Welt halten will.
Obama werde sich damit weiterhin um eine Verbesserung der Beziehungen der USA zu den Muslimen bemühen, erklärten Berater im Weißen Haus. Am Mittwoch trifft Obama zunächst in Saudi-Arabien ein. Geplant ist ein Gespräch mit König Abdullah in der Hauptstadt Riad, auf der Themenliste steht unter anderem der Friedensprozess im Nahen Osten.
Besuch im KZ Buchenwald geplant
In Deutschland trifft der US-Präsident am Freitag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen und besucht das frühere Konzentrationslager Buchenwald. Nach Angaben des Weißen Hauses ist außerdem ein Abstecher in das amerikanische Militärkrankenhaus in Landstuhl geplant. Den Abschluss von Obamas Reise bildet ein Aufenthalt in Frankreich, wo neben Gesprächen mit Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Teilnahme an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten an der Küste der Normandie auf dem Programm steht.
In Kairo will der US-Präsident mit seinem Kollegen Husni Mubarak sprechen und eine Moschee besuchen. Die gespannt erwartete Rede wird er in der Universität der ägyptischen Hauptstadt halten. Beratern zufolge soll es darum gehen, wie die USA und muslimische Länder einen Teil ihrer Differenzen überbrücken können. Zur Sprache kommen sollen außerdem konkrete Themen, darunter Extremismus, der israelisch-palästinensische Konflikt und Möglichkeiten für künftige Partnerschaften, die beiden Seiten nützen könnten.
Gemeinsame Werte sollen im Mittelpunkt stehen
Die USA und die muslimischen Staaten hätten jahrzehntelang gute Beziehungen gehabt, erklärte der stellvertretende nationale Sicherheitsberater für strategische Kommunikation, Denis McDonough, am Freitag in Washington. Washington wolle nun wieder Gespräche, bei denen "unsere gemeinsamen Werte" im Mittelpunkt stünden, sagte McDonough.
Obama hat sich bereits mehrfach um eine Annäherung an die muslimische Welt bemüht. In seiner Antrittsrede erklärte er, die USA würden muslimischen Extremisten die Hand ausstrecken, wenn diese bereit seien, ihre Faust zu öffnen. Und bei einem Besuch in der Türkei im Frühjahr betonte er, die USA befänden sich nicht im Krieg mit dem Islam.
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