35.000 weitere Soldaten für Afghanistan: Obamas neue Strategie am Hindukusch
zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 - 20:46Washington (RPO). US-Präsident Barack Obama hat führende Vertreter seiner Regierung, die Militärführung und mehrere ausländische Staats- und Regierungschefs über seine künftige Afghanistan-Strategie informiert. Seine Pläne, zu denen die Entsendung von bis zu 35.000 zusätzlichen Soldaten an den Hindukusch und eine Strategie für den Truppenabzug gehört, will Obama am Dienstag in einer Rede an die Nation öffentlich vorstellen.
Obama setzte am Sonntag Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates über die neue Afghanistan-Strategie in Kenntnis, außerdem den Befehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal. Am Montag kontaktierte er zunächst den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, den russischen Staatschef Dmitri Medwedew und den britischen Premierminister Gordon Brown, wie sein Sprecher Robert Gibbs mitteilte. Obama habe über die Grundzüge seiner Pläne informiert, aber noch keine genauen Zahlen genannt.
McChrystal hat sich für weitere 40.000 Soldaten nach Afghanistan ausgesprochen, um eine Niederlage im Kampf gegen die Taliban zu verhindern. Mit der für die kommenden zwölf Monate geplanten Truppenaufstockung Obamas wären mehr als 100.000 amerikanische Soldaten am Hindukusch stationiert. Der bei der US-Bevölkerung angesichts von immer mehr in Afghanistan getöteten Soldaten zunehmend unbeliebte Einsatz würde dann jährlich rund 75 Milliarden Dollar kosten.
Vor seiner Ankündigung am Dienstag wollte Obama nach Angaben des Weißen Hauses auch mit seinem Amtskollegen in Afghanistan und Pakistan, Hamid Karsai und Asif Ali Zardari sprechen. Die "Washington Post" berichtete am Montag von einem Schreiben Obamas an Zardari, in dem es heißt, Washington plane keinen raschen Abzug aus Afghanistan und wolle die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Pakistan intensivieren. Obama habe zu verbesserter Zusammenarbeit gegen fünf namentlich genannte Extremistengruppen aufgerufen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise.
Großbritannien stockt Afghanistan-Kontingent auf
Großbritannien stockt sein Truppenkontingent in Afghanistan bereits im kommenden Monat um 500 Soldaten auf. Darüber informierte Premierminister Gordon Brown am Montagabend das Unterhaus. Großbritannien stellt mit bislang 9000 Soldaten hinter den USA das zweitgrößte ausländische Kontingent am Hindukusch.
Sarkozy erklärte am Montag, französische Truppen sollten "so lang wie nötig" in Afghanistan stationiert bleiben, um das Land zu stabilisieren. Den Kampf jetzt aufzugeben, würde Terror und der Gewalt von Fanatikern den Weg bereiten, sagte Sarkozy. Frankreich stellt derzeit gut 3000 Soldaten des internationalen Afghanistan-Kontingents. Die Zeitung "Le Monde" berichtete auf ihrer Internetseite, US-Außenministerin Clinton habe vergangene Woche um die Entsendung von 1500 weiteren gebeten. Unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle hieß es, Paris wolle vor einer Entscheidung aber die Ergebnisse der Afghanistan-Konferenz im Januar abwarten.
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