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Pressekonferenz zu Merkel-Besuch
Ohne Fake-News-Vorwürfe kommt Trump nicht aus

Pressekonferenz zu Merkel-Besuch: Ohne Fake-News-Vorwürfe kommt Trump nicht aus
Pressekonferenz mit Merkel und Trump. FOTO: rtr, TC
Washington. Es war das erste Aufeinandertreffen von Merkel und Trump. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz wurde deutlich, dass Kanzlerin und US-Präsident in vielen Bereichen unterschiedliche Auffassungen vertreten. So auch im Umgang mit hartnäckig nachfragenden Medien.

Pressekonferenzen in den USA sind anders geworden, seit Donald Trump Präsident ist. Waren die Hauptstadtjournalisten es zuvor gewohnt, von den Sprechern oder vom Präsidenten selbst sachdienliche Antworten zu erhalten, so sehen sie sich derzeit stattdessen mit Vorwürfen und Behauptungen konfrontiert. Unangenehme Fragen lässt Trump gern an sich abprallen.

So auch am Freitag, als eine Journalistin der deutschen Nachrichtenagentur dpa, Kristina Dunz, ihn mit seinen offensichtlichen Lügen konfrontierte. Trump hatte seinem Vorgänger Barack Obama vorgeworfen, er habe ihn 2016 abhören lassen. Obgleich führende Republikaner, also Politiker aus eigenen Reihen, sich inzwischen von dieser Behauptung distanzierten und klarstellten, Trump sei nicht abgehört worden, bleibt dieser bei seiner Darstellung.

Erst reagierte er ironisch auf die Frage der dpa-Journalistin und bezeichnete sie als "besonders freundliche Reporterin". Obwohl es an Angela Merkel gewesen wäre, die erste Frage zu beantworten, drängelte sich Trump dann nach kurzer Absprache vor – und antwortet auf eine weitere Frage: "Ich bin überhaupt kein Isolationist, überhaupt nicht. Ich bin ein Vertreter des freien und auch fairen Handels", sagte er mit Blick auf Dunz' Frage zu Trumps Handelspolitik. Und dann: "Ich weiß nicht, welche Zeitung Sie da lesen, aber ich würde behaupten, dass das wieder ein Beispiel für Fake-News ist." Auf die Frage nach seinen Lügen antwortet er nicht. (Sehen Sie hier die Episode während der Pressekonferenz auf YouTube.)

Insgesamt verhielt sich Trump bei der Pressekonferenz deutlich abweisender als zuletzt, strenger, härter, beobachtet Dunz in ihrem Bericht. Dunz arbeitet derzeit noch für die dpa, wird demnächst aber für das Berliner Büro der Rheinischen Post tätig sein.

Es waren vornehmlich deutsche Reporter, die dem amerikanischen Präsidenten auf den Zahn fühlten. Ihre direkten, offenen Fragen werden in den sozialen Netzwerken weiterverbreitet, sind Thema in anschließenden Diskussionsrunden bei CNN und in Berichten von "Politico" oder "The Hill".

Die Korrespondentin von "Politico" Tara Palmeri twitterte schließlich das hier:

(vek/dpa)
 
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