Taiwan: Opposition gewinnt Parlamentswahlen
zuletzt aktualisiert: 12.01.2008 - 15:06Taipeh (RPO). Bei der Parlamentswahl in Taiwan hat die oppositionelle Kuomintang-Partei (KMT) einen klaren Sieg errungen. Damit ist der Weg frei für eine Ein-China-Politik.
Die Ex-Staatspartei gewann am Samstag nach eigenen Angaben 86 von 113 Sitzen im Parlament. Damit sei eine Zweidrittel-Mehrheit gesichert, sagte KMT-Chef Wu Poh-hsiung am Abend in Taipeh.
Präsident Chen Shui-bian gestand seinerseits die Niederlage seiner Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) ein. Das Ergebnis sei der "schlimmste Rückschlag" in der Geschichte der Partei. Er übernehme dafür die volle Verantwortung, sagte Chen. "Ich trete mit sofortiger Wirkung als Parteichef zurück."
Dem Ergebnis wird große Bedeutung für die Präsidentschaftswahl im März und die weiteren Beziehungen zu China beigemessen. Der Umgang mit der Volksrepublik war neben der stockenden Wirtschaft des Landes deshalb auch das zentrale Thema des Wahlkampfes.
Während die DPP für eine Eigenständigkeit Taiwans eintritt, verteidigt die KMT eine Ein-China-Politik. Obwohl Taiwan seit 1949 faktisch von der Volksrepublik getrennt ist, betrachtet Peking Taiwan als abtrünnige Provinz. Für den Fall einer formellen Unabhängigkeitserklärung der Insel drohte China wiederholt mit einer militärischen Intervention.
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