Bürgerkrieg im Gazastreifen: Palästinenser: Ausland hat Mitschuld
zuletzt aktualisiert: 13.06.2007 - 10:17Tokio (RPO). Der palästinensische Außenminister Siad Abu Amr hat den äußeren Druck auf die Palästinenser im Gazastreifen für die Kämpfe zwischen Fatah und Hamas verantwortlich gemacht. "Wenn man zwei Brüder in einen Käfig sperrt und ihnen die grundlegenden Bedürfnisse fürs Leben vorenthält, werden sie kämpfen", sagte Abu Amr am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Tokio.
"Die Menschen im Gazastreifen können sich nicht bewegen. Sie können nicht reisen. Es gibt keine Arbeit. Das ist kein normales Leben." Abu Amr, der der Regierung von Fatah und Hamas als unabhängiger Politiker angehört, hatte bereits zuvor auf seiner Japan-Reise vor einem Kollaps des Gazastreifens gewarnt.
Im Zentrum der Stadt Gaza kam es zu heftigen Schießereien um die Kontrolle von Hochhäusern und Straßenkreuzungen. Überall in der Stadt war das Stakkato von Maschinengewehren zu hören. Beide Seiten sprachen von Bürgerkrieg.
Seit dem frühen Morgen belagerten Hamas-Kämpfer das Hauptquartier des Geheimdienstes in Gaza. Das berichten Augenzeugen. Sie beschossen das Gebäude mit Mörsergranaten und Raketenwerfern. Augenzeugen und palästinensische Sicherheitskräfte berichteten von heftigen Feuergefechten.
Bei den Kämpfen rund um das Hauptquartier im Stadtteil El Maschtal wurden nach Angaben von Ärzten mindestens zwei Menschen getötet. In einem anderen Viertel Gazas sei ein Kind bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden rivalisierenden Gruppen umgekommen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum