Russland: Panzer rollen über den Roten Platz
zuletzt aktualisiert: 09.05.2008 - 11:40Moskau (RPO). Panzer, Spähwagen, Raketen - zum ersten Mal seit dem Ende der Sowjetunion vor 17 Jahren ist in Russland bei einer Militärparade wieder schweres Kriegsgerät über den Roten Platz gerollt. Diese Demonstration militärischer Stärke hatte Wladimir Putin als eine seiner letzten Amtshandlungen als Präsident angeordnet.
Anlass waren die Feiern zum Sieg über Hitler-Deutschland. Putin nahm die Parade gemeinsam mit seinem Nachfolger, dem neuen Präsidenten Dimitri Medwedew, ab. Beide standen umringt von hochdekorierten Militärs auf einer Ehrentribüne vor dem Lenin-Mausoleum.
Die Soldaten marschierten im Gleichschritt an der Ehrentribüne vorbei, dutzende Panzer rollten über das Kopfsteinpflaster des Roten Platzes. Eine kostspielige Demonstration der eigenen Stärke: Nach Angaben der Moskauer Stadtverwaltung sollen sich die Schäden, die die tonnenschweren Fahrzeuge an Straßen und Kanalistaion verursachen, auf umgerechnet 40 Millionen Euro belaufen.
Medwedew betonte, der "wahre Zweck von Waffen und Militärausrüstung ist eine verlässliche Verteidigung der Heimat". Es dürfe keine Missachtung des internationalen Völkerrechts erlaubt werden, sagte der neue Präsident. Moskau hat mehrfach den US-geführten Krieg im Irak wie auch die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos durch westliche Staaten als Verletzung internationaler Grundsätze kritisiert.
Kontroverse Äußerungen wie die seines Vorgängers Putin vor einem Jahr, der Parallelen zwischen den USA und dem Dritten Reich nahelegte, vermied Medwedew. Putin, seit Donnerstag Ministerpräsident, stand bei der Parade hinter Medwedew und wurde prominent in Fernsehbildern gezeigt.
Der 9. Mai ist bis heute einer der wichtigsten Feiertage in Russland. An ihm wird des Sieges über Deutschland im Zweiten Weltkrieg und der enormen Opfer gedacht, die sowohl Streitkräfte als auch Zivilbevölkerung brachten. Rund neun Millionen sowjetische Soldaten wurden in den Kämpfen gegen die Deutschen getötet.
In den letzten Jahren unter Putin wurden die Militärausgaben Russlands vervierfacht. Die Zurschaustellung von mehr als 100 Panzern, mobilen Raketeneinheiten und anderen schweren Waffen unterstrich das militärische Wiedererstarken, löste aber auch Besorgnis über eine zunehmend aggressive Haltung Russlands aus.
Präsident Medwedew erklärte, es dürfe keine Missachtung des internationalen Völkerrechts erlaubt werden. Kontroverse Äußerungen wie Putin vor einem Jahr, der Parallelen zwischen den USA und dem Dritten Reich nahelegte, vermied er. Putin, seit Donnerstag Ministerpräsident, stand bei der Parade hinter Medwedew.
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