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Parlamentswahl
Angolas Präsident dos Santos geht nach 38 Jahren

Parlamentswahl: Angolas Präsident Eduardo dos Santos geht nach 38 Jahren
Angolas Staatschef Eduardo dos Santos gibt seine Stimme ab. FOTO: afp, mlo
Luanda. Nach 38 Jahren geht in Angola eine Ära zu Ende. Staatschef Eduardo dos Santos trat bei der Präsidentenwahl nicht mehr an. Den Favorit für seine Nachfolge hat der Präsident allerdings selbst bestimmt.

Die Bürger Angolas haben am Mittwoch ein neues Parlament gewählt - und damit zum ersten Mal seit 38 Jahren auch einen neuen Staatspräsidenten. An einer Mehrheit für die MPLA-Partei des scheidenden Präsidenten Eduardo dos Santos gab es bereits vor der Abstimmung am Mittwoch kaum Zweifel.

Dos Santos war seit dem 20. September 1979 Präsident der früheren portugiesischen Kolonie – und damit einer der dienstältesten Staatschefs Afrikas. Der 74-Jährige wird nach der Wahl aller Voraussicht nach sein Amt an Verteidigungsminister João Lourenço (63) abgeben.

Ergebnis am kommenden Wochenende

Laut Verfassung muss das vorläufige Endergebnis innerhalb von zwei Wochen vorliegen. Als wahrscheinliches Verkündungsdatum gilt das kommende Wochenende. Die Amtseinführung wäre dann am 21. September. Insgesamt neun Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. In Angola bestimmt die Partei, die eine Mehrheit der 220 Sitze gewinnt, den Präsidenten.

Bis zum Abend gab es keine Hinweise auf Zwischenfälle. Der Rundfunksender Renascenca zitierte den internationalen Beobachter Luís Vales mit den Worten: "Bis jetzt haben wir vonseiten der Wahlkommission keine Hinweise auf irgendwelche Vorfälle erhalten." Es sei ein "normaler Tag, ohne große Bewegungen des Militärs oder der Polizei". In Angola sind auch vier EU-Wahlexperten vor Ort - anders als klassische Wahlbeobachter werden sie jedoch keine Kommentare zu den Wahlen abgeben.

Wirtschaft stagniert beinahe

Angola gilt als Afrikas zweitgrößter Ölproduzent, leidet aber unter dem Verfall der Ölpreise. Der Wohlstand ist sehr ungleich verteilt. Das Wirtschaftswachstum schrammte 2016 mit 0,6 Prozent knapp an der Stagnation vorbei. Im laufenden Jahr werden 2,1 Prozent erwartet. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Angola erreichte 2016 nach Angaben der deutschen Wirtschaftsförderungsgesellschaft GTAI fast 403 Millionen Euro; 255 Millionen Euro davon entfielen auf deutsche Lieferungen.

(veke/dpa)
 
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