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Parlamentswahl
Sri Lanka: Schlappe für Ex-Präsident Rajapaksa

Parlamentswahl in Sri Lanka: Schlappe für Ex-Präsident Rajapaksa
Unterstützer von Premierminister Ranil Wickremasinghe feiern ausgelassen. FOTO: ap, EJ SXJ
Colombo. Ex-Staatschef Rajapaksa muss die zweite bittere Niederlage in diesem Jahr hinnehmen. Seine United People's Freedom Alliance bekommt bei der Abstimmung am Montag weniger Sitze als die Partei von Ministerpräsident Wickremesinghe.

Bei der Parlamentswahl in Sri Lanka hat sich Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe gegen Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa durchgesetzt. Nach offiziellen Ergebnissen vom Dienstag holte Wickremesinghes United National Party bei der Abstimmung am Montag 93 von 196 direkt gewählten Sitzen, während die United People's Freedom Alliance von Rajapaksa 83 Sitze bekam. Der Ex-Staatschef hatte nach der verlorenen Präsidentschaftswahl im Januar ein politisches Comeback versucht.

Die restlichen direkt gewählten Sitze gingen am Montag an kleinere Parteien. 29 der insgesamt 225 Parlamentssitze vergibt der Wahlkommissar entsprechend des Stimmenanteils der jeweiligen Partei.
Um eine Regierung bilden zu können, braucht eine Partei oder eine Koalition mindestens 113 Mandate.

Zuvor hatte sich ein enges Rennen zwischen den beiden Großparteien abgezeichnet. Wickremesinghe beanspruchte den Sieg bereits für sich, als das Endergebnis noch nicht feststand. "Ich bedanke mich bei allen Parteien und Personen, die während des Wahlkampfs unermüdlich arbeiteten, um den Sieg für das Volk sicherzustellen", sagte der Ministerpräsident.

Rajapaksa hatte im Januar nach neun Jahren an der Macht die Präsidentschaftswahl gegen seinen früheren Verbündeten Maithripala Sirisena verloren. Seit der Wahlniederlage sahen sich der einst mächtige Rajapaksa, seine Familie und Vertraute mit Ermittlungen oder Klagen etwa wegen Korruption, Amtsmissbrauch oder gar Mord konfrontiert.

Sirisena, der mit seinem Wahlsieg auch Parteichef der UPFA geworden war, stimmte der Kandidatur seines Rivalen bei der Parlamentswahl nur widerwillig zu, kündigte aber bereits an, ihm den Posten des Ministerpräsidenten nicht zugestehen zu wollen, selbst wenn er sich eine parlamentarische Mehrheit sichern sollte. Der Ministerpräsident agiert für den Präsidenten, wenn dieser abwesend ist und ersetzt ihn, wenn er des Amtes enthoben wird, nicht mehr regierungsfähig ist oder stirbt.

Wahlkommissar Mahinda Deshapriya sagte, die Wahl am Montag sei ohne Zwischenfälle abgelaufen. Es habe nur einige kleinere Beschwerden gegeben. Ein Polizeisprecher erklärte, 35 Personen seien landesweit wegen der Verstößen gegen das Wahlgesetz festgenommen worden.

(ap)
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