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Erneuter Wechsel
Trumps Wahlkampfchef tritt zurück

Paul Manafort: Donalds Trumps Wahlkampfchef tritt zurück
Paul Manafort wirft hin FOTO: afp
New York. Paul Manafort war erst seit März an Bord des Trump-Teams und ist jetzt schon wieder weg: Der Wahlkampfchef des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten hat seinen Rücktritt bekanntgegeben. Manafort war zuletzt wegen angeblicher Nähe zu Russland in die Kritik geraten.

In einer Erklärung würdigte Trump die Arbeit seines bisherigen Wahlkampfleiters. Dieser sei ein "echter Profi". Überraschend kam der Rücktritt nicht. Erst am Mittwoch hatte Trump als neue Spitze des Wahlkampfteams Stephen Bannon installiert. Manafort sollte als eine Art Chefstratege an Bord bleiben.

Zuvor hatte es Enthüllungen rund um Manafort gegeben. Als Berater hatte er für die prorussische Partei des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch gearbeitet und dieser nach Recherechen der Nachrichtenagentur AP dabei geholfen, Millionenbeträge an Lobbyisten in Washington zu schleusen, ohne dass das US-Justizministerium davon in Kenntnis gesetzt wurde.

Trumps wohlwollende Äußerungen zu Russland sind seit Wochen ein Thema im Wahlkampf. Nach einem Hackerangriff auf den Demokraten-Vorstand, hinter dem die Partei Russland vermutete, rief Trump Moskau dazu auf, nach verschwundenen E-Mails der Kandidatin Hillary Clinton zu suchen. In einem Interview sagte der Milliardär kürzlich, die Menschen auf der Krim würden lieber zu Russland gehören als zur Ukraine.

Manafort ist seit Jahrzehnten umtriebiger Lobbyist in der internationalen Politik. Er arbeitete als Berater unter andern für Janukowitsch, den früheren philippinischen Machthaber Ferdinand Marcos und den angolanischen Rebellen Jonas Savimbi.

Nicht der erste Wechsel im Trump-Team

Es ist bereits der zweite Wechsel an der Spitze von Trumps Wahlkampfteam innerhalb von zwei Monaten. Im Juni hatte der Rechtspopulist seinen Kampagnenleiter Corey Lewandowski gefeuert, womit der Einfluss von Manafort zunahm. Gut 80 Tage vor der Wahl liegt der Republikaner aber in allen relevanten Umfragen hinten. Er braucht dringend neuen Erfolg.

Nach dem neuerlichen Umbau seines Teams hat der sonst so aggressive Trump mit einem ungewohnten Eingeständnis überrascht: "Manchmal, in der Hitze der Debatte, und wenn man über viele Dinge gleichzeitig spricht, wählt man nicht die richtigen Worte, oder man sagt das Falsche. Das ist mir passiert. Und glaubt es oder nicht, ich bereue das", sagte er in North Carolina. Trump hatte oft gesagt, Fehler zuzugeben sei eine Schwäche. Trump hatte am Mittwoch neben Bannon die Umfragespezialistin Kellyanne Conway an Bord geholt. Sein jüngster Auftritt könnte nun bereits ihre Handschrift getragen haben.

(crwo/ap/dpa)
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