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Krise in Tibet: Peking: 100 Demonstranten ergeben sich

zuletzt aktualisiert: 19.03.2008 - 07:08

Peking (RPO). Nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua haben sich rund 100 tibetische Demonstranten einen Tag nach Ablauf des Ultimatums ergeben und den Behörden gestellt. Gesicherte Informationen aus neutralen Quellen liegen nicht vor. Ausländische Journalisten warfen der Regierung in Peking erneut vor, sie an ihrer Berichterstattung über die Krise zu hindern.

Alle Demonstranten seien an gewaltsamen Ausschreitungen beteiligt gewesen, berichtet die  Nachrichtenagentur. Nach Angaben von Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen nahmen die chinesischen Behörden in den vergangenen Tagen hunderte Menschen in Tibet fest. Ausländische Journalisten warfen Peking vor, sie an ihrer Berichterstattung über Tibet zu hindern.

Die Demonstranten stellten sich den Angaben zufolge am Dienstag gegen 23 Uhr Ortszeit den Behörden, 23 Stunden nach dem Ablauf einer von den chinesischen Behörden gesetzten Frist. Sie alle seien an den Krawallen beteiligt gewesen, zitierte Xinhua den Vizechef der tibetischen Regierung, Baema Chilain. Sie hätten "geschlagen, zerstört, geplündert und gebrandschatzt".

"Einige haben das Geld zurückgegeben, dass sie gestohlen haben", sagte Baema. Die Agentur zitierte zudem einen Demonstranten, der sich den Behörden stellte. Der 25-Jährige berichtete, er habe betrunken zu Hause gesessen, als er die Ausschreitungen gehört habe und beschlossen habe, sich den Demonstranten anzuschließen.

Der chinesische Regierungshef Wen Jiabao hatte am Dienstag die Kreise um den Dalai Lama für die Unruhen in Tibet verantwortlich gemacht. Dafür habe er "viele Beweise", sagte Wen. Der Dalai Lama drohte mit seinem Rücktritt, sollte die Lage in Tibet wieder eskalieren. Er rief sein Volk zum Gewaltverzicht auf.

Lhadon Tethong, Vorsitzender der Gruppe Studenten für ein freies Tibet, sagte in Tibet und den angrenzenden Regionen habe es anscheinend hunderte Festnahmen gegeben, möglicherweise tausende. Kate Saunders von der Internationalen Kampagne für Tibet sagte, in Lhasa werde von hunderten Festnahmen berichtet. Der Organisation Human Rights Watch lagen nach eigenen Angaben unbestätigte Berichte über hunderte Festnahmen vor. Den Inhaftierten drohe Folter, fügte die Organisation hinzu.

Der Verein der Auslandsjournalisten in Peking erklärte am Mittwoch, Korrespondenten hätten 30 Fälle mitgeteilt, in denen sie an ihrer Berichterstattung über die Ereignisse in Tibet gehindert worden seien. Die Vorfälle hätten sich in Lhasa ereignet sowie in den westchinesischen Regionen Qinghai, Sichuan und Gansu, wo viele Tibeter leben. Nach Angaben der tibetischen Exil-Regierung wurden bei Protesten in der Provinz Gansu am Dienstag 19 Demonstranten erschossen.

Wen hatte am Dienstag ausweichend auf die Frage geantwortet, wann ausländische Journalisten nach Tibet reisen dürften. "Wir werden die Möglichkeit für ausländische Medien, vor Ort die Lage anzusehen, prüfen", hatte der Regierungschef gesagt. Am Freitag waren tagelange Proteste in der Altstadt von Lhasa gewaltsam eskaliert.

Anlass der Proteste war der 49. Jahrestag eines Aufstandes in Lhasa gegen die chinesischen Besatzer. Die Demonstrationen weiteten sich dann auf andere Regionen Chinas aus, in denen viele Exil-Tibeter leben. Insgesamt starben nach Angaben des Exilparlaments der Tibeter hundert oder sogar mehrere hundert Menschen. Die chinesische Regierung sprach von 13 Toten. Es seien "unschuldige Zivilisten".

Quelle: afp

 
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