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Türkei schießt russischen Kampfjet ab
Pilot erklärt, er sei nicht gewarnt worden

Fotos: Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen
Fotos: Kampfjet an türkisch-syrischer Grenze abgeschossen FOTO: dpa, sdt jak
Der Pilot des abgeschossenen russischen Kampfjets hat die türkische Darstellung des Zwischenfalls abgestritten. Er sei nie in türkischen Luftraum eingedrungen und nie gewarnt worden, sagte Pilot Konstantin Murachtin.

Die Türkei behauptet, den russischen Jet mehrfach vergeblich zum Verlassen des türkischen Luftraums aufgefordert zu haben, bevor der Abschussbefehl erteilt wurde. Nach russischer Darstellung flog der Jet den gesamten Einsatz lang nur über syrischem Territorium.

Die beiden Piloten betätigten den Schleudersitz. Einer soll aber an seinem Fallschirm durch Beschuss vom Boden getötet worden sein. Murachtin wurde hingegen gerettet und auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Hemeimim in Syrien gebracht, wo er auch das Interview gab.

Der russische Präsident kritisierte die Türkei erneut scharf. Die Regierung in Ankara verfolge eine Politik der Islamisierung des Landes. Die Unterstützung radikaler Richtungen schaffe eine sehr ungünstige Atmosphäre, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge.

Sein Sprecher Dmitri Peskow bekräftigte, dass Russland den Abschuss als Verstoß gegen das Völkerrecht und eine außerordentlich unfreundliche Handlung werte.

Ein gemeinsamer Anti-Terror-Kampf mit der Türkei stehe in Zweifel. Verteidigungsminister Sergej Schoigu bekräftigte, dass Moskau alle militärischen Kontakte mit Ankara vorerst einfrieren werde.

Er widersprach damit dem russischen Botschafter in Paris. Der Diplomat Alexander Orlow hatte in einem Interview gesagt, zum Terrorkampf sei Russland zur Einrichtung einer gemeinsamen Kommandozentrale unter anderem mit der Türkei bereit.

(ap/csi)
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