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Mehr als 800 Milliarden Euro
Polen fordert Reparationszahlungen von Deutschland

Polen fordert Reparationszahlungen von Deutschland - Mehr als 800 Milliarden Euro
Wehrmachtssoldaten reißen am 1. September 1939 einen Schlagbaum an der deutsch-polnischen Grenze ein: Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann der Zweite Weltkrieg. FOTO: AP, AP
Berlin. Die Bundesregierung hat mit einer deutlichen Absage auf die in Polen immer lauter werdende Forderung nach deutschen Kriegsreparationen in mindestens dreistelliger Milliardenhöhe reagiert.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag, Deutschland stehe sehr wohl zu seiner Verantwortung für die "unfassbaren Verbrechen" des Zweiten Weltkriegs. Dafür seien erhebliche Reparationszahlungen auch an Polen geleistet worden, und Deutschland leiste weiter Zahlungen für die Folgen des NS-Unrecht, sagte Seibert. Polen habe aber 1953 auf weitere Forderungen verzichtet und dies mehrfach bestätigt. "Es gibt für die Bundesregierung gar keinen Anlass, an der völkerrechtlichen Wirksamkeit des Reparationsverzichts von 1953 zu zweifeln."

Zuletzt hatte die rechtskonservative polnische Regierungschefin Beata Szydlo die Reparationsforderungen bekräftigt. Davor hatte Innenminister Mariusz Blaszczak die materiellen Kriegsschäden auf eine Billion US-Dollar (derzeit 840 Milliarden Euro) geschätzt. Außenminister Witold Waszczykowski sagte dazu: "Vielleicht sogar noch mehr."

In der Diskussion um Reparationszahlungen veröffentlichte die polnische Bischofskonferenz am Freitag einen Brief, in dem sie die "Personen, die für unser Land und die internationalen Beziehungen verantwortlich sind", davor warnt, die deutsch-polnische Versöhnung leichtfertig zu verspielen. Diese sei ein großer Wert, den man "durch unbedachte Entscheidungen oder voreilige Äußerungen" verlieren könne.

Die Kirche bezieht in dem Schreiben nicht eindeutig Stellung gegen die Forderung nach Reparationszahlungen, sondern warnt vor der "Weckung negativer gesellschaftlicher Emotionen". Es sei von "riesiger Bedeutung, wie man unerledigte Angelegenheiten in den Beziehungen beider Staaten behandelt", heißt es. Man müsse sie "auf Ebene einer vernünftigen Diplomatie angehen", um nicht das gegenseitige Vertrauen zu zerstören.

(felt/dpa)
 
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