Steuer- und Spendenaffäre: Polizei will L'Oreal-Erbin verhören
zuletzt aktualisiert: 19.07.2010 - 20:47Paris (RPO). In der bis in die Staatsspitze reichenden Steuer- und Spendenaffäre steht Frankreichs reichste Frau, Liliane Bettencourt, vor dem Gang zur Polizei. Die 87-jährige L'Oreal-Erbin solle in der Angelegenheit von der Polizei vernommen werden, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Nanterre bei Paris mit.
Nähere Einzelheiten könne sie nicht nennen. Eine frühere Buchhalterin hat die Milliardärin und ihren verstorbenen Ehemann beschuldigt, konservative Politiker, darunter auch Präsident Nicolas Sarkozy, mit illegalen Parteispenden bedacht zu haben. Sarkozy hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Weiter im Kreuzfeuer der Kritik steht Arbeitsminister Eric Woerth, der bis vor Kurzen auch Schatzmeister der Regierungspartei UMP war. Er wies am Montag neue Vorwürfe zurück, er habe 2007 auf die Anstellung seiner Frau bei Bettencourts Vermögensverwalter Einfluss genommen. Woerth war zu der Zeit Haushaltsminister und damit zuständig für die Verfolgung von Steuerhinterziehung. Florence Woerth hat inzwischen bei Bettencourts Vermögensverwalter Patrice de Maistre gekündigt.
De Maistre hat bei der Polizei laut Presseberichten ausgesagt, Woerth habe ihn 2007 bei mehreren Treffen gebeten, seiner Frau Karrieretipps zu geben. Präsidialamtschef Claude Gueant sieht Woerth durch diese Aussage entlastet.
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