Große Anti-Terror-Razzia: Polizeitruppe stürmte Haus im Osten Londons
zuletzt aktualisiert: 02.06.2006 - 15:38London (rpo). Bei einem groß angelegten Anti-Terror-Razzia im Osten von London hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen, einer wurde leicht verletzt. In den frühen Morgenstunden schwärmten mehr als 200 Polizisten aus. Laut Medienberichten entdeckten die Beamten eine Bombenwerkstatt. Die Polizei hat den Fund jedoch zunächst nicht bestätigt.
An dem Einsatzort leben viele Einwanderer aus Pakistan und Indien. Dem Einsatz vorausgegangen seien "sehr konkrete" Geheimdienstinformationen, sagte der Chef der Anti-Terror-Einheit, Peter Clarke. Er stehe aber in keinem Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom Juli 2005, betonte die Polizei. Ziel des Einsatzes sei gewesen, die Öffentlichkeit vor jeglicher Bedrohung "durch Schüsse oder gefährliche Substanzen zu schützen", sagte Clarke. Genauer äußerte sich der Chef der Anti-Terror-Einheit nicht. Das Haus, das die Polizei am Morgen stürmte, werde gründlich durchsucht; dies werde vermutlich mehrere Tage dauern.
Die Polizeibeamten waren am frühen Morgen um 04.00 Uhr ausgeschwärmt. Manche von ihnen trugen "als Vorsichtsmaßnahme" Schutzanzüge, wie die Polizei mitteilte. Der bei dem Einsatz verletzte 23-Jährige schwebe nicht in Lebensgefahr und sei im Krankenhaus festgenommen worden.
Der Vorfall werde von einer unabhängigen Kommission untersucht, kündigte Clarke an. Die britische Polizei war nach den Anschlägen in London am 7. und am 21. Juli vergangenen Jahres unter Druck geraten, nachdem sie einen jungen Brasilianer fälschlich für einen Terroristen gehalten und in der U-Bahn erschossen hatte. Bei dem Einsatz am Freitag wurde laut Clarke zudem ein 20-Jähriger festgenommen und auf dem Kommissariat Paddington Green befragt, wo üblicherweise Terrorverdächtige vernommen werden. Innenminister John Reid und Vize-Premier John Prescott seien über den Einsatz laufend unterrichtet worden, teilten ihre Büros mit.
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