Krise in Tibet: Polizist und Mönch bei Zusammenstößen getötet
zuletzt aktualisiert: 25.03.2008 - 07:54Peking (RPO). Kein Tag ohne Todesopfer im Tibet-Konflikt. In der Nacht zum Dienstag sind bei erneuten Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten in der westchinesischen Provinz Sichuan zwei Menschen ums Leben gekommen.
Bei einem der Opfer handelt es sich um einen Polizisten, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag meldete. Mehrere weitere Polizisten seien verletzt worden. Tibetischen Aktivisten zufolge wurden auch ein buddhistischer Mönch getötet und ein weiterer schwer verwundet.
Die Unruhen begannen am Montag zunächst mit einem friedlichen Protestzug von Mönchen und Nonnen in Garze, einer überwiegend von Tibetern bewohnten Präfektur der Provinz Sichuan. Zur Gewalt kam es nach Angaben des im indischen Dharamsala ansässigen Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie, als bewaffnete Polizisten die Menge zerstreuen wollten.
Xinhua berichtete weiter, im Bezirk Aba hätten sich 381 Menschen, die an Protesten beteiligt gewesen seien, den Behörden gestellt. Die Unruhen in der Himalaya-Region sind eine der größten Herausforderungen für die chinesische Führung seit Jahrzehnten. In Sichuan leben viele Tibeter. Dort kam es nach Beginn der Proteste in der tibetischen Hauptstadt Lhasa am 10. März wiederholt zu heftigen Ausschreitungen wegen der anhaltenden Besatzung Tibets durch China.
China hat die offizielle Zahl der Toten mit bislang 22 angegeben. Die tibetische Exilregierung stellte indessen eine Bilanz von rund 140 Toten ins Internet. In einer Pressemitteilung werden die Namen von 40 Tibetern genannt, die seit Beginn der Unruhen ums Leben gekommen sein sollen. Ferner wird auf die Schwierigkeit hingewiesen, an zusätzliche Informationen zu gelangen. Gleichwohl heißt es dann weiter, insgesamt seien etwa 140 Tibeter getötet worden.
Auch in Nepal gab es neue Proteste von Tibetern. In der Hauptstadt Kathmandu löste die Polizei eine Demonstration gewaltsam auf, rund 100 Menschen wurden festgenommen. Die Aktion fand vor dem Visabüro der chinesischen Botschaft statt.
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