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Portugal
Erste Prognose: Rebelo de Sousa gewinnt Präsidentenwahl

Portugal: Erste Prognose: Rebelo de Sousa gewinnt Präsidentenwahl
Rebelo de Sousa bei der Stimmabgabe. FOTO: ap
Lissabon. Der konservative Politiker Marcelo Rebelo de Sousa hat die Präsidentenwahl in Portugal am Sonntag nach einer Prognose klar gewonnen, die absolute Mehrheit aber noch nicht sicher.

Nach einer Erhebung des staatlichen Fernsehsenders "RTP" erhielt er zwischen 49 und 54 Prozent der Stimmen.

"Ich bin ruhig und zuversichtlich", sagte Rebelo bei der Stimmabgabe in der nordportugiesischen Gemeinde Celorico de Basto. Der frühere Präsident der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD), Ex-Minister und -Bürgermeister gelangte in seinem Heimatland vor allem als politischer TV-Kommentator zu Berühmtheit.

Das Staatsoberhaupt hat im Portugal relativ viel Macht. Der Präsident kann sowohl sein Veto gegen Gesetze einlegen als auch das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Für Portugal ist es die 9. Präsidentenwahl seit der Nelkenrevolution von 1974.

Rebelo hatte im Wahlkampf mit seinem volksnahen Stil für viel Aufsehen gesorgt, und das drückte sich am Sonntag auch in der Wahlbeteiligung aus.

Nach zwei Mandatsperioden muss der konservative Amtsinhaber Cavaco Silva am 9. März abtreten. Mit zehn Bewerbern treten so viele Kandidaten wie noch nie zuvor bei Präsidentenwahlen in Portugal an.

Obwohl Rebelo de Sousa der liberalen oppositionellen Sozialdemokratischen Partei (PSD) angehört, versicherte er im Wahlkampf mehrfach, er werde der noch jungen Linksregierung von Ministerpräsident António Costa Beistand leisten. Die geplante Abschwächung des Reform- und Sparprogramms dürfe allerdings nicht zu Lasten der Etatdisziplin gehen, warnte er. Der über Jahre mit internationalen Hilfskrediten unterstützte EU-Staat mit gut zehn Millionen Einwohnern hat noch keinen Haushalt für 2016.

 

(felt/dpa)
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