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Auslands-Iraker waehlen Irakisches Parlament
  Foto: ddp, ddp
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Zahl der Toten bei der Parlaments-Wahl steigt: Präsident Obama würdigt den Mut der Iraker

zuletzt aktualisiert: 08.03.2010 - 09:02

Bagdad (RPO). Bei der als Härtetest für Sicherheit und Demokratie im Irak gewerteten Parlamentswahl sind am Sonntag mindestens 38 Menschen bei Anschlägen getötet worden. In der Nähe von Wahllokalen detonierten zahlreiche Granaten, Raketen und Sprengsätze.

Extremistengruppen wie Al-Qaida hatten vor der Abstimmung mit Gewalt gedroht. Doch nach Einschätzung der Behörden und des US-Militärs gelang es ihnen nicht, die Wähler einzuschüchtern. Fast 19 Millionen Bürger des nach Volksgruppen und religiöser Überzeugung tief gespaltenen Landes waren aufgerufen, 325 Abgeordnete unter rund 6200 Kandidaten auszuwählen. Damit entschieden sie auch über die Regierung, die nach dem bis Ende 2011 geplanten Abzug der US-Truppen für Stabilität im Land sorgen soll.

Nach Schließung der Wahllokale am Abend (15 Uhr MEZ) beglückwünschte US-Präsident Barack Obama die irakischen Wähler dafür, dass sie trotz der Gewalt ihre Stimmen abgegeben hätten.

Info
Parlamentswahlen im Irak

Um die 325 Abgeordnetenmandate bewarben sich mehr als 6.200 Kandidaten. 82 Parlamentssitze, also ein Viertel, sind für Frauen reserviert. Bislang zählte das Parlament nur 275 Abgeordnete, darunter 70 Frauen. In den landesweit rund 10.000 Stimmlokalen waren fast 300.000 Wahlhelfer im Einsatz, zudem wurden gut 500 internationale Beobachter erwartet. Von den rund 28 Millionen Irakern sind 19 Millionen wahlberechtigt.

Schätzungen zufolge liegt die Rechtsstaatsallianz von Ministerpräsident Nuri el Maliki in den mehrheitlich schiitischen Provinzen in Führung, der frühere Regierungschef Ijad Allawi liegt in den sunnitischen Gegenden vorn. Das geht nach Angaben von örtlichen Behördenvertretern vom Montag aus ersten Ergebnissen hervor. Die säkular auftretende Rechtsstaatsallianz von Maliki, der der Bevölkerungsmehrheit der Schiiten angehört, konnte sich demnach in den neun schiitischen Provinzen im Süden des Landes durchsetzen.

Das schiitisch-sunnitische Bündnis Irakija um Allawi liegt dagegen in den vier mehrheitlich von Sunniten bewohnten Provinzen Anbar, Salaheddin, Niniwe und Dijala vorne. Auf dem zweiten Platz landete Allawis Bündnis in den schiitischen Provinzen Muthanna, Babylon und Bassra, in sechs weiteren wurde es allerdings von der schiitisch-religiösen Nationalallianz überholt. In der nordirakischen Provinz Kirkuk, auf die auch das autonome Kurdengebiet Anspruch erhebt, setzte sich die Kurdische Allianz durch, gefolgt von Allawis Irakija-Bündnis, Malikis Rechtsstaatsallianz und der Nationalallianz.

Für die Hauptstadt Bagdad lagen noch keine Schätzungen vor. Die irakische Wahlkommission wollte am Donnerstag erste Teilergebnisse bekanntgeben, das offizielle Ergebnis wurde erst am 18. März erwartet.

Raketen- und Granatenangriffe

Allein in der Hauptstadt starben nach offiziellen Angaben 29 Menschen bei Bombenanschlägen auf Wohnhäuser. Neun weitere wurden bei Raketen- und Granatenangriffen oder durch Bomben an den Straßenseiten getötet. "Wir befinden uns im Kampf", sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte in Bagdad.

Trotz der Gewalt lockerten die Behörden ein Fahrverbot, mit dem Autobombenanschläge verhindert werden sollte. Private Pkw durften in Bagdad fen abgesagt TuS 04 für Busse und Lastwagen blieb das Verbot bestehen.

Laut Außenminister Hoschijar Sebari handelte es sich überwiegend um nicht gezielte Angriffe, die die Menschen einschüchtern sollten. Sicherheitsvertretern zufolge wurden die meisten Geschosse aus überwiegend sunnitischen Bezirken abgefeuert. Seit dem Sturz Saddam Husseins wird die Politik im Irak von schiitischen Parteien dominiert.

Der ebenfalls schiitische Regierungschef Maliki forderte alle Parteien auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren. Wer heute gewinne, könne schon morgen verlieren und umgekehrt, sagte Maliki bei seiner Stimmabgabe in der schwer bewachten "Grünen Zone" von Bagdad. Sein Gegner Allawi beklagte Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung.

Die Iraker stimmten über das Parlament für die zweite vollständige Legislaturperiode seit der US-geführten Invasion im Jahr 2003 ab. 

Quelle: RTR/top/das

 
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