Wahlen in Montenegro: Prognosen sehen Amtsinhaber Vujanovic vorne
zuletzt aktualisiert: 06.04.2008 - 22:24Podgorica (RPO). Bei der ersten Präsidentenwahl in Montenegro seit der Unabhängigkeit von Serbien liegt ersten Prognosen Amtsinhaber Filip Vujanovic vorne. Unabhängiger Wahlbeobachter sehen ihn bei einem Stimmanteil von 53 Prozent. Die Wahl gilt als entscheidend für den zukünftigen Kurs gegenüber Serbien.
Bleibt es bei diesem Ergebnis, kommt es nicht zu einer Stichwahl. Der Kandidat der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) tritt für eine konsequente Anbindung Montenegros an die Europäische Union ein. Die Abstimmung galt auch als Richtungsentscheidung über den weiteren Kurs gegenüber Belgrad.
Wie das Zentrum für Wahlbeobachtung nach Schließung der Wahllokale prognostizierte, erhielt Vujanovics proserbischer Herausforderer Andrija Mandic 19 Prozent, der Kandidat Nebojsa Medojevic von der liberalen Bewegung für Veränderungen 17 Prozent. Das Zentrum für Wahlbeobachtung stützte sich bei seiner Prognose auf 78 Prozent der abgegebenen Stimmen, die von seinen Mitgliedern in Wahllokalen ausgezählt wurden.
Amtsinhaber Vujanovic zeigte sich bereits bei der Stimmabgabe siegesgewiss. "Diese Wahl wird zeigen, dass eine Mehrheit der Montenegriner unsere Politik unterstützt", sagte der 53-jährige Präsident, der als Favorit galt. Zwei seiner Herausforderer, Mandic von der Serbischen Volkspartei (SNS) und Srdjan Milic, wollen das Land wieder näher an Serbien heranführen.
Montenegro hatte sich vor zwei Jahren nach einem Referendum friedlich von Serbien abgespalten. Ein Drittel der 620.000 Einwohner ist serbischer Herkunft.
Die Beteiligung lag nach Angaben der unabhängigen Wahlbeobachter bei 69 Prozent und damit rund 22 Prozentpunkte über dem Wert von 2003, als Vujanovic erstmals gewählt wurde. Offizielle Zahlen sollten am Montag vorgelegt werden.
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