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Proteste gegen Afghanistans Regierung
Mindestens ein Toter bei Demonstration in Kabul

Proteste gegen Afghanistans Regierung: Toter und Verletzte bei Demonstration in Kabul
Schwere Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten in Kabul. FOTO: ap, MH
Kabul. Nach dem schweren Anschlag in Kabul haben Hunderte bessere Sicherheitsmaßnahmen für die Bevölkerung und den Rücktritt der Regierung gefordert. Die Polizei ging massiv gegen die Demonstranten vor. 

Der Parlamentsabgeordnete Abdul Hafis Mansur berichtete, dass acht Protestierende von Sicherheitskräften der Regierung getötet worden seien. Die Behörden hatten zuvor von einem toten Demonstranten sowie vier verletzten Polizisten gesprochen.

Nach dem schweren Anschlag in der afghanischen Hauptstadt mit 90 Toten und Hunderten Verletzten hatten rund 500 Menschen für einen besseren Schutz demonstriert. Viele trugen Plakate mit Parolen gegen die USA, Pakistan und die afghanische Regierung. Andere hielten Bilder der Zerstörung durch den Angriff sowie Fotos von Regierungspolitikern in die Höhe. Am Anschlagsort forderte eine aufgebrachte Menge in Sprechchören den Tod der afghanischen Führung.

Vorwürfe gegen Polizei 

Der Ladenbesitzer Mohammed Anwar forderte Präsident Aschraf Ghani zum Rücktritt auf. Er habe vier Familienmitglieder bei dem Anschlag am Mittwoch verloren, sagte er. Neben den mindestens 90 Toten hatte es bei dem Lkw-Bombenanschlag mehr als 450 Verletzte gegeben. Die Verantwortung für die Tat übernahm bislang niemand.

Der Demonstrant Amir Arja sagte, die Polizei habe mehrere seiner Freunde verletzt, als die Beamten versuchten, die Demonstranten am Voranschreiten zu hindern. "Manche von ihnen wurden von der Polizei mit Stöcken geschlagen und andere wurden festgenommen", sagte er. "Diese Tat der Polizei und Regierung zeigt, dass friedliche Demonstrationen nicht mehr nützlich sind."

Zweiter Wachmann gestorben

Nach dem verheerenden Anschlag ist ein zweiter afghanischer Wachmann der deutschen Botschaft gestorben. Der Mann sei seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte das Auswärtige Amt mit. Laut Auswärtigem Amt erlitt auch eine deutsche Diplomatin leichte und eine afghanische Botschaftsmitarbeiterin schwere Verletzungen.

Die deutsche Botschaft wurde bei der Attacke schwer beschädigt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, die deutschen Botschaftsmitarbeiter würden nun "nach und nach" aus Afghanistan ausgeflogen. Zunächst werde nur ein "Kernteam" in Kabul weiterarbeiten. Botschafter Walter Haßmann, der sich zum Zeitpunkt des Anschlags in Deutschland befunden habe, sei mittlerweile in die afghanische Hauptstadt zurückgekehrt.

(wer/dpa/afp/AP)
 
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