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Riga: Proteste gegen Waffen-SS-Gedenken

zuletzt aktualisiert: 16.03.2010 - 16:21

Riga (RPO). Mehrere hundert Menschen haben am Dienstag in Riga gegen eine Gedenkveranstaltung für die lettischen Mitglieder der Waffen-SS demonstriert. An der Zeremonie nahmen rund 1000 Menschen teil, darunter 200 SS-Veteranen.

Rund 1000 Letten nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Hunderte demonstrierten dagegen. Foto: AP, AP

Die Gegendemonstranten forderten auf Plakaten den Stopp des Marsches und erinnerten an die Gräueltaten der Nationalsozialisten im besetzten Lettland. Ein Gericht hatte den Aufmarsch und eine Gegendemonstration am Montag genehmigt.

Die Veteranen legten Kränze nieder und sangen patriotische Lieder unter der lettischen Nationalflagge, während 20 Meter entfernt die Gegendemonstranten lautstark gegen den Aufmarsch protestierte.

Ein Polizeisprecher erklärte, die Veranstaltung sei friedlich verlaufen, allerdings seien sechs Personen wegen diverser Störungen vorübergehend festgenommen worden.

Lettland wurde 1940 von der Sowjetunion annektiert und ein Jahr später von Deutschland besetzt. 1944 marschierte wieder die Rote Armee ein. Die beiden Divisionen der Waffen-SS wurden Anfang 1943 gebildet, als sich das Blatt bereits gegen die deutschen Streitkräfte gewendet hatte. Insgesamt kämpften im Zweiten Weltkrieg 250.000 Letten - entweder auf der sowjetischen oder auf der deutschen Seite. 150.000 Letten verloren ihr Leben.

Am 16. März 1944 hatte die lettische Legion der Waffen-SS am Welikaja-Fluss gegen die sowjetische Armee gekämpft. 1998 erklärte das lettische Parlament den 16. März zum Gedenktag, zwei Jahre später strich der Gesetzgeber den Gedenktag wieder. Für viele Veteranen ist das Datum weiterhin ein informeller Feiertag. Im vorigen Jahr wurde der Marsch verboten.

Moskau und die russische Minderheit in Lettland betrachten die Parade als Affront und werfen den Veteranen vor, Nazi-Deutschland zu glorifizieren. Die Veteranen und ihre Anhänger erklären dagegen, sie seien keine Nazis, sondern die Legion habe für Lettlands Befreiung gekämpft.

Quelle: apd/AFP/das

 
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