Verletzte: Proteste in Bahrain und Jemen
zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 - 13:30Nuweirat (RPO). Die Proteste gegen die autoritären Regierungen im Nahen Osten haben auch den Golf-Staat Bahrain erfasst. In zwei Ortschaften des Ölförderlandes gab es in der Nacht zum Montag und am Morgen Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei. Auch im Jemen gab es wieder Proteste.
Dabei wurden mindestens 14 Menschen verletzt. Oppositionsgruppen hatten nach ägyptischem und tunesischem Vorbild über die Online-Netzwerke Twitter und Facebook für Montag zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Über der Hauptstadt Manama kreisten Hubschrauber.
Dort wird für den Nachtmittag eine zentrale Kundgebung erwartet. Im ganzen Land verstärkte die Polizei ihre Präsenz auf den Straßen. In der Ortschaft Nuweidrat löste die Polizei am Vormittag nach Augenzeugenberichten mit Tränengas und Gummigeschossen eine Gruppe von Demonstranten auf, die die Freilassung schiitischer Häftlinge forderte.
Zuvor waren Sicherheitskräfte im ebenfalls schiitisch dominierten Karsakan gegen Demonstranten vorgegangen. Der Saudi-Arabien vorgelagerte Inselstaat wird von einer sunnitischen Oberschicht regiert, die Mehrheit der Bevölkerung ist schiitisch.
Politische Beobachter befürchten ein Übergreifen der Proteste auf Saudi-Arabien, sollten sich die Demonstrationen in Bahrain ausweiten. Bahrains König Hamad bin Isa al-Chalifa hat jeder Familie eine Zahlung von umgerechnet 2650 Dollar zugesagt, um die Lage zu entschärfen und die Bürger zu besänftigen. Außerdem hat die Regierung angedeutet, minderjährige Häftlinge freizulassen, die vergangenes Jahr bei Razzien festgenommen worden waren.
Demonstranten im Jemen fordern Rücktritt des Präsidenten
Über 1000 Demonstranten haben am Montag im Jemen erneut gegen die Regierung protestiert. Sie forderten politische Reformen und den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh.
Bereits am vierten Tag in Folge zogen Studenten, Menschenrechtsaktivisten und Abgeordnete durch die Straßen der Hauptstadt Sanaa. Rechtsanwälte in schwarzen Roben schlossen sich den Demonstranten an und riefen: "Das Volk will, dass das Regime abtritt."
Anhänger der Regierung traten den Demonstranten entgegen. Sie zeigten Plakate mit dem Konterfei von Präsident Saleh und skandierten Parolen gegen den Terrorismus. Die Polizei trennte die Gruppen, bevor sich die Regierungsgegner Richtung Stadtzentrum in Bewegung setzten.
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