Iran: Proteste vor deutscher Botschaft in Teheran
zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 19:31Teheran (RPO). Iranische Milizionäre haben am Dienstag vor den Botschaften Deutschlands, Italiens und Frankreichs in Teheran gegen die europäische Haltung im Atomstreit protestiert. Wie aus europäischen Diplomatenkreisen in Teheran verlautete, schützte die iranische Polizei die Botschaftsgebäude mit einem Großeinsatz vor Übergriffen.
Demnach zogen mehrere Dutzend Mitglieder der paramilitärischen Bassidsch-Miliz von einer europäischen Vertretung zur nächsten und beschimpften dabei die jeweilige Regierung. Dem Außenministerium in Berlin lagen laut einem Sprecher zunächst keine Informationen zu den Protesten vor.
Italiens Außenminister Franco Frattini sagte in Rom, die Milizionäre hätten die Botschaft angegriffen und dabei Ministerpräsident Silvio Berlusconi beschimpft. Ein größerer Schaden am Gebäude sei aber nicht entstanden. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers warfen die Milizionäre Steine auf die Botschaft. Die Regierung in Rom sagte die Teilnahme ihres Botschafters an den offiziellen Feiern zum 31. Jahrestag der Islamischen Revolution am 11. Februar ab. Vergangene Woche hatte Berlusconi bei einem Besuch in Jerusalem die Unterstützung für Israel betont und "wirksame Sanktionen" gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm verlangt.
Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie Atomwaffen zu entwickeln. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte monatelang dafür geworben, dass der Iran sein Uran im Ausland anreichern sollte. Am Dienstag begannen iranische Forscher auf Geheiß der Regierung indes demonstrativ selbst mit der Anreicherung.
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