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Parlamentswahlen im Irak
Provinzen: Maliki und Allawi führen

Iraker wählen unter Lebensgefahr
Iraker wählen unter Lebensgefahr FOTO: AP
Bagdad (RPO). Bei der Parlamentswahl im Irak haben die Rechtsstaatsallianz von Ministerpräsident Nuri el Maliki und das schiitisch-sunnitische Bündnis Irakija um den früheren Regierungschef Ijad Allawi nach Teilergebnissen vom Donnerstag jeweils zwei Provinzen erobert. Ein britischer Europaabgeordneter beschuldigte den Iran der Wahlmanipulation.

Wie die irakische Wahlkommission nach Auszählung von 34 Prozent der Stimmen bekanntgab, erreichte Malikis Partei in der Provinz Nadschaf knapp 56.000 Stimmen, in Babylon kam sie auf 69.000. Die Irakische Nationale Allianz, ein Bündnis aus schiitischen Parteien, kam demnach mit mehreren tausend Stimmen Abstand auf den zweiten Rang. Allawis Irakija-Bündnis landete auf dem dritten Platz. Die beiden im Süden des Irak gelegenen Provinzen werden mehrheitlich von Schiiten bewohnt.

In den beiden Provinzen Salaheddin und Dijala nördlich von Bagdad mit jeweils sunnitischer Bevölkerungsmehrheit lag nach Auszählung von 17 Prozent der Stimmen das Allawi-Bündis in Führung. In Salaheddin lag die laizistische Liste des schiitischen Innenministers Dschawad Bolani auf Platz zwei, gefolgt von der Maliki-Allianz. In Dijala belegte die Irakische Nationale Allianz den zweiten und Malikis Rechtsstaatsbündnis den dritten Platz.

"Morde, Einschüchterung, Erpressung und Betrug"

In Erbil, einer der drei Provinzen der autonomen Region Kurdistan, kam die gemeinsame Liste aus Kurdischer Demokratischer Partei (KDP) von Massud Barsani und Patriotischer Union Kurdistans (PUK) von Dschalal Talabani nach Auszählung von 27 Prozent der Stimmen auf Platz eins. Den zweiten Rang belegte die Liste Goran (Wandel), gefolgt von der Islamischen Union Kurdistan.

Der konservative britische Europaabgeorndete Struan Stevenson, Vorsitzender der Delegation des Europaparlaments für die Beziehungen zum Irak, erklärte, Teheran sei an einer "Manipulation" zur "Fälschung" der Wahlergebnisse im Irak beteiligt. Zu der entsprechenden Kampagne, die offenbar vom Iran finanziert und geführt werde, gehörten "Morde, Einschüchterung, Erpressung und Betrug". Ziel sei es, einen Sieg der laizistischen Allawi-Liste zu verhindern.

Millionen Iraker hatten am Wochenende ein neues Parlament gewählt und dabei einer Serie von Attentaten mit dutzenden Toten getrotzt. Nach Angaben der Wahlkommission lag die Beteiligung bei rund 62 Prozent. Das Endergebnis wird für Ende März erwartet.

(AFP/nbe)
 
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