Frau nahm an Demonstration teil: Prozess gegen chinesische Dissidentin Wang
zuletzt aktualisiert: 12.08.2011 - 13:21Peking (RPO). Vor einem Gericht in Peking ist der Prozess gegen die chinesische Dissidentin Wang Lihong eröffnet worden, der in vagen Worten "Verursachung einer Störung" vorgeworfen wird. Die 56-Jährige erklärte sich zum Auftakt des Verfahrens am Freitag für nicht schuldig. Begleitet wurde der Prozess von aufgebrachten Demonstranten.
Die Anklage bezieht sich auf die Teilnahme Wangs an einer Demonstration im April 2010 vor einem Gericht in der südchinesischen Stadt Fuzhou, wo drei Bloggern der Prozess gemacht wurde.
Nach Angaben von Wangs Anwalt Han Yicun dauerte die Verhandlung am Freitag zweieinhalb Stunden. Ein Urteil werde noch in diesem Monat erwartet. Bei einem Schuldspruch drohen der Dissidentin bis zu fünf Jahre Haft. Verteidiger Han bezeichnete den Prozess als unfair, da sowohl er als auch Wan bei ihren Aussagen vom Richter unterbrochen worden seien. Zudem habe das Verfahren in einem zu kleinen Gerichtssaal stattgefunden, in dem kein Platz für Beobachter gewesen sei.
An der Verhandlung wollten Beobachter von acht Ländern und der Europäischen Union teilnehmen. Sie wurden zwar in das Gerichtsgebäude geführt, durften dem Prozess aber nicht beiwohnen. Vor dem Gericht demonstrierten rund ein Dutzend Menschen gegen den Prozess und forderten Wangs Freilassung.
Einsatz für Friedensnobelpreisträger Liu
Die Dissidentin war Ende März von der Pekinger Polizei festgenommen worden. Damals ging die Polizei verschärft gegen Aktivisten vor, um eine mögliche Protestbewegung nach arabischem Vorbild zu unterdrücken. Auch der Künstler Ai Weiwei wurde damals festgenommen und erst nach fast drei Monaten Haft Ende Juni wieder freigelassen.
Wang hatte im Oktober vergangenen Jahres als eine von wenigen Aktivisten öffentlich die Verleihung des Friedensnobelpreises an den inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo gefeiert. Die 56-Jährige setzt sich seit 2008 für die Menschenrechte ein, wie ihr Sohn Qi vor kurzem der Nachrichtenagentur AP sagte.
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