Birmanische Oppositionsführerin: Prozess gegen Suu Kyi in Birma hat begonnen
zuletzt aktualisiert: 18.05.2009 - 07:37Rangun (RPO). In Birma hat am Montag der Prozess gegen die inhaftierte Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi begonnen. Sicherheitskräfte riegelten das Insein-Gefängnis bei Rangun ab, wo die Verhandlung hinter verschlossenen Türen stattfand.
Sondereinheiten in Kampfanzügen errichteten laut Augenzeugen Barrikaden mit Stacheldraht. In 300 Metern Entfernung versammelten sich demnach einige dutzend Anhänger der 63-Jährigen.
Die Militärjunta wirft Suu Kyi einen schweren Verstoß gegen ihren Hausarrest vor, weil sie einem US-Bürger Obdach gewährte, der durch einen See zu ihrem Haus geschwommen war. Nach Angaben ihres Anwalts Kyi Win will Suu Kyi auf unschuldig plädieren. Sie habe den US-Bürger lediglich aufgenommen, weil er an Krämpfen in den Beinen litt, sagte der Anwalt. Bei einem Schuldspruch drohen der Friedensnobelpreisträgerin fünf Jahre Haft.
Vier europäische Botschafter wurden nach Angaben eines Diplomaten nicht in das Gefängnis gelassen, um den Prozess zu beobachten. Die Botschafter aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien kamen demnach nur bis zu den Stacheldrahtbarrikaden und mussten unverrichteter Dinge wieder umkehren.
Suu Kyi saß insgesamt 13 der vergangenen 19 Jahre in Haft oder stand unter Hausarrest. Ihr derzeitiger Hausarrest wäre Ende Mai zu Ende gegangen. Würde sie erneut verurteilt, säße sie auch während der Wahlen hinter Gittern, die die Junta 2010 abhalten will. Auch dem US-Bürger John Yettaw wird von der birmanischen Justiz der Prozess gemacht. Er hatte sich vom 3. bis 5. Mai bei Suu Kyi aufgehalten.
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