Vor EU-Russland-Gipfel: Putin kritisiert US-Sanktionen gegen den Iran
zuletzt aktualisiert: 26.10.2007 - 08:52Lissabon (RPO). Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit scharfer Kritik auf die neuen Sanktionen der USA gegen den Iran reagiert. Durch Strafmaßnahmen und Drohungen der USA werde die Situation nur verschlechtert und drohten die Verhandlungen in einer "Sackgasse" zu enden, sagte Putin in Lissabon.
Dort war er im Vorfeld des EU-Russland-Gipfels mit dem portugiesischen Staatschef Anibal Cavaco Silva zusammengetroffen war. Washington hatte zuvor angekündigt, dass die USA ihre Sanktionen gegen den Iran wegen dessen umstrittenen Atomprogramms und Unterstützung des Terrorismus ausweiteten.
"Sie können herumlaufen wie Verrückte und Rasierklingen schwenken, aber das ist nicht der beste Weg, das Problem zu lösen", sagte Putin mit Blick auf unverhohlene Drohungen mit Militäraktionen einiger US-Politiker.
Russland widersetzt sich einer dritten Resolution zu Iran-Sanktionen im UN-Sicherheitsrat und verlangt, im Fall Iran mit multilateralen Verhandlungen vorzugehen, wie dies bei Nordkorea erfolgreich geschehen sei. "Da haben wir mit friedlichen Methoden das Problem praktisch gelöst", sagte Putin am Donnerstag.
Der Iran hat die neuen Sanktionen der USA am Donnerstag scharf kritisiert und als völkerrechtswidrig bezeichnet. Der Sprecher des Teheraner Außenministeriums, Mohammed Ali Hosseini, sagte nach Meldungen der staatlichen Medien, die Politik der USA "widerspricht dem internationalen Recht, ist wertlos und zum Scheitern verurteilt".
Washington hatte zuvor neue Strafmaßnahmen gegen den Iran verhängt, den es verdächtigt, heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Betroffen davon sind die iranischen Revolutionswächter, deren Eliteeinheit El Kuds und drei staatliche Banken, darunter die größte, Bank Melli.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum