Pekingbesuch: Putin plant Pipeline von Sibirien an den Pazifik
zuletzt aktualisiert: 21.03.2006 - 15:19Peking (rpo). Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Führung in Peking den Bau einer Gaspipeline von Sibirien an den Pazifik in Aussicht gestellt. Insgesamt wurden bei seinem Besuch in China 15 Wirtschaftsabkommen besiegelt.
"Wir fassen die Möglichkeit des Baus eines Pipeline-Systems über die russisch-chinesische Grenze ins Auge", zitierten die russischen Nachrichtenagenturen den Präsidenten am Dienstag nach einem Treffen mit Chinas Staatschef Hu Jintao. Die Pipeline trage den vorläufigen Namen Altai. Zuvor hatten der russische Energieriese Gasprom und das chinesische Energieunternehmen CNPC ein Abkommen zur Gaslieferung unterzeichnet.
Von den unterzeichneten Abkommen betreffen vier den Energiesektor. Neben der Lieferung von Gas und Strom an China handelt es sich auch um die Schaffung von Joint Ventures im Ölsektor. Russland sucht nach neuen Märkten für seine Gas- und Ölvorkommen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau einer Pipeline von Sibirien an den Pazifischen Ozean begonnen werden, die China, Japan und andere Staaten der Region mit Öl versorgen soll.
China will Projekt vorantreiben
China, das bei seinem enormen wirtschaftlichen Wachstum über zu wenige Rohstoffe verfügt und zu stark von der Kohle abhängig ist, möchte das Projekt verstärkt vorantreiben. Die Russen betonen dagegen, dass es ihnen nicht genügt, Hauptlieferant Chinas zu sein, sondern dass sie im Gegenzug erwarten, dass Peking vor allem im Fernen Osten Russlands investiert.
Putin bestätigte weiter, sein Land wolle sich auch am Bau neuer Atomkraftwerke in China beteiligen. Sowohl Putin als auch Hu lobten die Beziehungen zwischen beiden Staaten, die sich auf einem "hohen Niveau" befänden. Neben der bilateralen Zusammenarbeit im Energiesektor sollten auch internationale Fragen wie die Atomstreitigkeiten mit dem Iran und mit Nordkorea besprochen werden. Am Mittwoch wollte Putin mit Ministerpräsident Wen Jiabao zu Gesprächen zusammenkommen.
Beide Staaten wollen Handel um das Doppelte steigern
Der vierte offizielle Besuch Putins fällt mit dem Beginn des Russlands-Jahres in China zusammen. In diesem Rahmen finden zahlreiche kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Veranstaltungen statt. Die Beziehungen zwischen Peking und Moskau haben sich in den vergangenen Jahren in dem gemeinsamen Bestreben entspannt, den Einfluss der USA in Zentralasien zu begrenzen. Im vergangenen Jahr hatten Russland und China erstmals ein gemeinsames Militärmanöver abgehalten. Beide Staaten wollen ihren Handel, der im vergangenen Jahr einen Wert von 29 Milliarden Dollar erreichte, bis 2010 auf das Doppelte steigern.
Beim Bau der 4.100 Kilometer langen Sibirien-Pazifik-Pipeline geht es in den Verhandlungen vor allem um den genauen Verlauf. China mit seiner boomenden Wirtschaft ist schon jetzt einer der Hauptkunden für russisches Öl und Gas. Das Öl wird bisher aber nur per Zug geliefert. Neben Rohstoffen liefert Russland aber aus Rüstungsgüter in großem Umfang nach China.
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