| 13.22 Uhr

Wirbel um Queen Elizabeth II.
Buckingham-Palast dementiert "Brexit"-Bericht

Queen Elizabeth II: Buckingham-Palast dementiert "Brexit"-Darstellung
Hat sie es gesagt oder nicht? Ein Bericht über Queen Elizabeth II. löst auf der Insel Aufsehen aus. FOTO: afp
London. Ein Zeitungsbericht über den angeblichen Wunsch von Queen Elizabeth II. nach einem EU-Ausstieg ihres Landes hat in England für Aufregung gesorgt. "Queen unterstützt Brexit", titelte die britische Boulevardzeitung "The Sun" am Mittwoch. Der Buckingham-Palast wies die Darstellung umgehend zurück.

Die "Sun" berief sich zum einen auf eine anonyme "ranghohe Quelle", wonach die Königin gesagt habe, die EU "bewegt sich in die falsche Richtung". Das Blatt bezog sich auf ein angebliches Mittagessen der Queen mit dem damaligen Vizepremier Nick Clegg von den Liberaldemokraten, der für einen Verbleib in der EU wirbt. Das Gespräch habe "überhaupt keinen Zweifel an der Haltung der Queen zur europäischen Integration" gelassen, wurde der Informant zitiert.

"Falsche Behauptungen"

Laut einer zweiten anonymen Quelle der "Sun" hatte sich die Queen zudem vor einigen Jahren bei einem Empfang im Buckingham-Palast mit einer Gruppe von Abgeordneten unterhalten. "Ich verstehe Europa nicht", soll sie dabei gesagt haben.

Dass sich die Queen zur Tagespolitik äußert, schickt sich in Großbritannien nicht. Und nach Angaben des Königspalastes hat sie es auch in diesem Fall nicht getan: "Die Queen bleibt politisch neutral, wie sie es schon seit 63 Jahren ist", sagte ein Palastsprecher. Die "falschen, auf anonyme Quellen gestützten Behauptungen" würden nicht weiter kommentiert. "Das Referendum ist eine Angelegenheit, über die die britische Bevölkerung entscheiden muss."

"Ich habe keine Erinnerung"

Auch Clegg selbst, EU-Befürworter und Mitglied der Regierung von Premierminister David Cameron in den Jahren 2010 bis 2015, dementierte den Bericht. "Das ist Unsinn", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Ich habe keine Erinnerung an ein solches Ereignis - und es handelt sich nicht um die Art von Vorkommnissen, die ich vergessen würde", fügte er hinzu.

Die Briten sollen am 23. Juni in einem Referendum über die weitere EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen. Um einen Austritt zu verhindern, sagten die EU-Partner Cameron zuletzt ein Mitspracherecht bei für London relevanten Entscheidungen der Eurozone zu. Großbritannien wurde zudem die Möglichkeit zugestanden, neu zugezogenen EU-Ausländern bis zu vier Jahre lang Sozialleistungen zu verwehren.

(csi/AFP)
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