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Selfie mit Steve Bannon
Rabbi twittert offenbar To-Do-Liste der Trump-Regierung

Rabbi twittert offenbar To-Do-Liste der Trump-Regierung
Trump-Berater Steve Bannon (Archiv). FOTO: ap, EV
Washington/Düsseldorf. Einem Rabbi ist möglicherweise unabsichtlich eine kleine Enthüllung gelungen: Auf einem Selfie mit Trumps Chef-Strategen Steve Bannon wollen aufmerksame Beobachter die Agenda der US-Regierung erkannt haben – aufgeschrieben als To-Do-Liste.

Als Rabbi Shmuley Boteach vor einigen Tagen Steve Bannon im Weißen Haus besuchte, machte der Rabbi zur Erinnerung ein Selfie mit Trumps Berater und veröffentlichte das Bild auf Twitter. Wie man das eben so macht, wenn man einen mächtigen Mann treffen durfte. Vermutlich wäre das Foto deshalb kaum beachtet worden, wenn die beiden einen anderen Hintergrund gewählt hätten.

Aber Boteach und Bannon posierten vor einer weißen, eng beschriebenen Tafel. Zwar ist nicht alles zu erkennen, aber doch einiges, zumal Boteach noch ein zweites Bild mit Bannon veröffentlichte. Möglicherweise offenbarte Trumps Chef-Stratege deshalb bei dem Treffen mehr, als er wollte.

Rabbi will Liste nicht bemerkt haben

Denn Beobachter wollen in dem Gekritzel auf der Tafel die To-Do-Liste der Trump Regierung erkannt habe. Bisher hatten amerikanische Journalisten nur berichtet, dass es eine solche Agenda auf einem White-Board im Weißen Haus gibt. Ein Foto dagegen soll es von der Liste bisher nicht gegeben haben.

Dem Rabbi könnte also tatsächlich ein seltener Schnappschuss gelungen sein – ohne es zu wissen: Er habe die Liste hinter sich gar nicht bemerkt, schrieb Boteach später im rechtslastigen Online-Portal Breitbart, als sein Tweet bereits weltweite Aufmerksamkeit gefunden hatte. Der Rabbi hat rund 240.000 Follower auf Twitter. Offensichtlich fiel einigen auf, was da im Hintergrund zu sehen ist.

Auf dem White-Board stehen einige bereits bekannte Vorhaben der Trump-Regierung. Zum Beispiel: "Obamacare außer Kraft setzen". Oder: "Grenzmauer bauen und Mexiko dafür zahlen lassen". Zur Steuerreform, die Trump gerade ankündigte, gibt es mehrere Punkte: "Unternehmenssteuer senken" und "Erbschaftssteuer beseitigen". 

Besucher freut sich über zwei Punkte 

Viele der Punkte sind abgehakt worden, als wären sie bereits erledigt. Zum Beispiel der "Immigrationsstopp aus terrorgefährdeten Regionen". Das Vorhaben hatte Trump per Dekret durchsetzen wollen. Aber es wurde von einem Bundesrichter zunächst gestoppt.

Finanzen: So reich ist Trumps Team FOTO: ap, EV

Das interessierte Boteach allerdings nicht. In seinem Gastbeitrag bei Breitbart freute er sich über zwei andere Punkte auf dem White-Board: "Aufheben des Atom-Abkommens mit dem Iran" und "Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem". Bannons Besucher schlussfolgerte daraus, dass diese Anliegen der US-Regierung genauso wichtig seien wie ihm. Der Besuch im Weißen Haus dürfte sich für ihn gelohnt haben.

(wer)
 
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