Koalition von Rivalen erwartet: Radikale Kräfte siegen bei Wahl in Nordirland
zuletzt aktualisiert: 09.03.2007 - 20:02Belfast (RPO). In Nordirland haben die radikalen Kräfte die Parlamentswahl gewonnen. Stärkste Partei ist die protestantische Democratic Unionist Party (DUP), gefolgt von der katholischen Sinn Fein. Die lange verfeindeten Parteien müssen sich jetzt auf eine gemeinsame Regierung einigen.
Die protestantische DUP von Ian Paisley kommt auf 36 der 108 Mandate. Die von Katholiken gewählte Sinn Fein erhält 28 Sitze im Parlament.
Der britische Premierminister Tony Blair und der irische Ministerpräsident Bertie Ahern forderten beide Seiten zur Zusammenarbeit auf. Die Wähler hätten ihnen das Mandat zur Bildung einer Koalition bis zum 26. März gegeben, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Regierungschefs.
Die Frist bis zum 26. März wurde den Nordiren zur Einigung auf eine gemeinsame Regierung gesetzt. Für den Fall des Scheiterns hat Großbritannien gedroht, die Provinz wieder ausschließlich von London aus zu verwalten.
Die DUP liegt mit 30,1 Prozent der Stimmen deutlich vor der Sinn Fein mit 26,2 Prozent. Beide Parteien konnten sich den Angaben zufolge gegenüber der letzten Wahl 2003 leicht verbessern. Die gemäßigten Parteien spielen dagegen keine wesentliche Rolle.
Blair und Ahern sprachen von einer "Chance von historischem Ausmaß", die nicht verpasst werden dürfe. Der britische Nordirland-Minister Peter Hain würdigte die Fortschritte der jüngsten Zeit als historisch. Sie könnten als Vorbild für die Lösung anderer Konflikte wie im Nahen Osten oder im Baskenland dienen, sagte Hain am Freitag.
"Es ist all das geschehen, wovon die Leute sagten, dass es nie möglich wäre", erklärte Hain. "Es herrschen nicht nur Frieden, Stabilität und Wohlstand in einem zuvor nicht gekannten Ausmaß, sondern die Republikaner - die IRA - haben auch ihren Krieg beendet", betonte der Nordirland-Minister mit Blick auf die Abrüstungsschritte der proirischen Untergrundorganisation.
Entscheidend für die künftige Selbstverwaltung in Belfast ist vor allem die Frage, ob sich die DUP zur Zusammenarbeit mit der Sinn Fein bereit erklärt. Sowohl London als auch Dublin drängen die DUP zur Kooperation und haben betont, Abrüstungsschritte der IRA und die Anerkennung der nordirischen Polizei seitens der Sinn Fein hätten den Weg für eine neue gemeinsame Regierung frei gemacht.
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