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Diplomatische Eskalation
Erdogan droht US-Truppen in Syrien "osmanische Ohrfeige" an

Recep Tayyip Erdogan droht GIs in Syrien "osmanische Ohrfeige" an
Recep Tayyip Erdogan bei seiner Rede am Dienstag in Ankara. FOTO: ap, BO
Istanbul. Zwischen Ankara und Washington verschärfen sich bereits vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei die Spannungen. Mit deutlichen Worten droht die Türkei sogar den US-Soldaten in Syrien mit Gewalt.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan warnte die US-Truppen in Manbidsch davor, einem möglichen türkischen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Stadt im Wege zu stehen. In einer Ansprache am Dienstag vor der Fraktion seiner Partei AKP in Ankara drohte er den amerikanischen Soldaten für diesen Fall mit einer "osmanischen Ohrfeige". Tillerson wird am Donnerstag in Ankara erwartet.

"Natürlich werden wir nicht absichtlich auf sie zielen"

"Natürlich werden wir nicht absichtlich auf sie zielen", sagte Erdogan unter Applaus. "Aber wir verkünden jetzt schon, dass wir jeden Terroristen, den wir sehen, vernichten und ausmerzen werden - angefangen mit denen, die direkt neben ihnen stehen. Eben dann werden sie einsehen, dass es für sie besser wäre, wenn sie sich nicht neben den Terroristen aufhielten, denen sie auf die Schulter klopfen."

Erdogan fügte hinzu: "Es ist ganz klar, dass diejenigen, die sagen "Wir reagieren hart, wenn sie uns angreifen", in ihrem Leben noch keine osmanische Ohrfeige verpasst bekommen haben." Die "New York Times" hatte vergangene Woche US-General Paul Funk bei einem Besuch in Manbidsch zitiert, der nach Angaben der Zeitung mit Blick auf die Türkei gesagt hatte: "Wenn Ihr uns angreift, werden wir hart reagieren. Wir werden uns verteidigen."

Ein weitere Spitze gegen die USA war bereits am Montag von seiten der Türkei ausgegangen: In Ankara wurde die Straße, auf der die US-Botschaft liegt, in "Olivenzweig-Straße" umbenannt. Olivenzweig heißt auch die militärische Operation gegen das Kurdengebiet Afrin.

Die türkische Armee hat am 20. Januar eine Offensive gegen die YPG in der nordsyrischen Region Afrin begonnen. Erdogan hat mehrfach damit gedroht, danach die YPG in Manbidsch anzugreifen. 2016 hatte eine von der YPG geführte und von den USA unterstützte Koalition Manbidsch von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit.

Erdogan kritisiert, dass die USA die YPG unterstützen und im Kampf gegen den IS eng mit der Kurdenmiliz zusammenarbeiten. Die Türkei stuft die YPG als Terrororganisation ein. Die Kurdenmiliz unterhält enge Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in den USA auf der Liste der Terrororganisationen steht.

US-Außenminister Rex Tillerson hat die Militäroffensive der Türkei in der nordsyrischen Region Afrin derweil als schädlich für den Kampf gegen den IS bezeichnet. Die Operation gegen kurdische Einheiten in Afrin "hat unserem Kampf gegen den Islamischen Staat im Osten Syriens geschadet", sagte Tillerson am Dienstag in Kuwait-Stadt, wo er an einer Hilfskonferenz für den Wiederaufbau des Irak teilnahm.

(felt/dpa)
 
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