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Bevorstehende Entscheidung
Erdogan: EU-Resolution zu Armenier-"Genozid" wird nichts ändern

Erdogan besucht Ruhani in Teheran
Erdogan besucht Ruhani in Teheran FOTO: dpa, at moa
Ankara. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Anerkennung der Gräueltaten an den Armeniern im Osmanischen Reich vor 100 Jahren als "Völkermord" kategorisch abgelehnt.

"Für die Türkei ist es niemals möglich, eine solche Sünde, eine solche Schuld anzuerkennen", sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu. Erdogan machte deutlich, dass er eine bevorstehende Resolution des EU-Parlaments zum "Genozid" an den Armeniern für irrelevant hält. "Welche Entscheidung es auch trifft, sie wird zum einem Ohr rein- und zum anderen rausgehen."

Am Mittwochabend wollte das EU-Parlament über eine Resolution abstimmen, die dazu aufruft, sich "dem Gedenken an den 100. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern" anzuschließen. Am vergangenen Sonntag hatte Papst Franziskus die Gräueltaten als "ersten Völkermord im 20. Jahrhundert" eingeordnet. Erdogan hatte den Papst am Dienstag davor gewarnt, einen solchen "Unsinn" zu wiederholen.

Die Türkei lehnt es als Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches strikt ab, von Genozid zu sprechen. Den Gräueltaten waren nach armenischen Angaben 1,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Die Türkei geht von deutlich weniger Toten aus. Armenier gedenken am 24. April der Massaker an ihrem Volk vor 100 Jahren.

(dpa)
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