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Nach ausbleibender Auslieferung Gülens
Erdogan legt sich mit den USA an

Recep Tayyip Erdogan: Präsident legt sich mit den USA an
Recep Tayyip Erdogan fordert immer noch Gülens Auslieferung. FOTO: ap, BO
Ankara. Nach dem Putschversuch in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan die USA scharf kritisiert. Washington ergreife Partei für die Drahtzieher des gescheiterten Staatsstreiches: "Der Putschist ist bereits in eurem Land."

Das sagte Erdogan am Freitag in Ankara. Erdogan bezichtigt den in den USA lebenden islamischen Geistlichen Fethullah Gülen, den Putschversuch vom 15. Juli angestiftet zu haben. Er fordert von Washington Gülens Auslieferung. Westlichen Ländern - auch Deutschland - wirft er mangelnde Unterstützung bei seinem Vorgehen gegen Gülens Anhänger vor.

Gülen bestreitet eine Verwicklung in den Umsturzversuch. Die USA haben die Türkei aufgefordert, Beweise für ihre Anschuldigungen vorzulegen. Sie beharren auf der üblichen Prüfung eines Auslieferungsgesuchs.

"Machen Sie sich klar, wo sie hingehören"

Erdogan kritisierte auch Äußerungen des US-Generals Joseph Votel, dass die Folgen des Putschversuchs die militärischen Beziehungen beider Länder und den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat beeinträchtigen könnten, zumal Offiziere inhaftiert worden seien. Erdogan sagte: "Es ist nicht an Ihnen, diese Entscheidung zu treffen. Wer sind Sie? Machen Sie sich klar, wo sie hingehören."

Erdogan schien sogar anzudeuten, dass er die USA hinter dem Putschversuch vermutet. "Meine Leute wissen, wer hinter diesem Plan steckt, sie wissen, wer die höhere Intelligenz dahinter ist, und mit diesen Äußerungen entlarvt ihr euch, ihr enttarnt euch", sagte er.

(ap)
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