| 10.11 Uhr

Inhaftierter Journalist
Erdogan schließt Auslieferung von Yücel an Deutschland aus

Recep Tayyip Erdogan schließt Auslieferung von Deniz Yücel an Deutschland aus
Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel (Archivbild). Seit dem 27. Februar sitzt Yücel in der Türkei in Untersuchungshaft. FOTO: dpa, ks aen kde kno
Istanbul. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat klargestellt, dass die Türkei den inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel nicht an die Bundesrepublik ausliefern werde. 

Deutschland verweigere die Auslieferung türkischer Staatsbürger, sagte Erdogan am Donnerstagabend dem Sender TGRT in Istanbul. Daher würden Deutsche wie Yücel auch nicht überstellt. "Wenn einer von denen uns in die Hände fällt, werden sie dieselbe Behandlung erfahren." Zu einer möglichen Auslieferung von Inhaftierten wie Yücel sagte er: "Auf keinen Fall, solange ich in diesem Amt bin niemals."

Erdogan bezog sich auf Vorwürfe, wonach Deutschland keine türkischen Terrorverdächtigen ausliefert. Die Bundesregierung fordert die Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Yücel, der in der Türkei unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft sitzt. Zu Vorwürfen, Yücel habe Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gehabt, sagte Erdogan: "Natürlich, auf jeden Fall. Uns liegt Bildmaterial und das alles vor. Das war ein richtiger Agent (und) Terrorist."

Yücel war Ende Februar in Untersuchungshaft genommen worden. Als Begründung hatte der Haftrichter Terrorpropaganda und Volksverhetzung angeführt. Im Gerichtsprotokoll war von Spionage nicht die Rede. Diese Beschuldigung erhob später Erdogan. Beweise für ihre Vorwürfe legten bislang weder die Justiz noch der Präsident vor.

 

(jco/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Recep Tayyip Erdogan schließt Auslieferung von Deniz Yücel an Deutschland aus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.