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Türkei
Erdogan weint bei Trauerrede für getöteten Freund

Recep Tayyip Erdogan weint bei Trauerrede für getöteten Freund
Normalerweise hat Erdogan seine Gefühle unter Kontrolle FOTO: ap, LP
Istanbul . Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan ist bei der Trauerfeier für einen von Putschisten getöteten Freund in Tränen ausgebrochen.

Fernsehbildern zufolge weinte Erdogan, der normalerweise seine Gefühle unter Kontrolle hat, als er die Grabrede für seinen Freund Erol Olcak und dessen 16-jährigen Sohn hielt.

Sie waren in der Nacht zum Samstag auf einer der Brücken über den Bosporus getötet worden, als sie gegen den Putschversuch von Teilen der Armee protestiert hatten. "Erol war ein alter Freund von mir", sagte Erdogan vor hunderten Trauergästen, die "Allahu Akbar" (Gott ist groß) sangen. Als er die Tränen nicht zurückhalten konnte, sagte er: "Ich kann nicht weiter sprechen. Mein Beileid unserer Nation."

Der bekannte Werbemanager Olcak hatte mit dem Präsidenten und der regierenden AKP-Partei zusammengearbeitet. Türkische Medien bezeichneten ihn als Chefplaner des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2014. Zuvor hatte Erdogan bereits an der Beisetzung anderer Opfer in der Fatih-Moschee teilgenommen.

Teile des Militärs hatten am Freitagabend einen Putsch gestartet, der nach wenigen Stunden niedergeschlagen wurde. Bei den schweren Gefechten in Ankara und Istanbul wurden nach offiziellen Angaben mehr als 290 Menschen getötet. Nach Angaben der Regierung wurden bis Sonntag 6000 Menschen unter Putschverdacht festgenommen, unter ihnen dutzende Generäle, Richter und Staatsanwälte.

Mehr zum Putschversuch in der Türkei lesen Sie in unserem Dossier.

(crwo/afp)
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