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Geberkonferenz in Kuwait
Regierungen stocken Hilfe für Syrer auf 3,8 Milliarden Dollar auf

2014: Erschütternde Bilder von der syrisch-türkischen Grenze
2014: Erschütternde Bilder von der syrisch-türkischen Grenze FOTO: afp, KLC/RBZ
Kuwait-Stadt. Seit vier Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Das Leiden der Menschen wird immer größer. Millionen sind auf Hilfen angewiesen. Die Weltgemeinschaft will mehr für sie tun. Aber reicht das Geld?

Die Weltgemeinschaft will ihre Hilfe für notleidende Syrer aufstocken: Auf einer Geberkonferenz in Kuwait sagten Regierungen am Dienstag eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) zu.

Allerdings liegt der Betrag deutlich unter den 8,4 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro), die nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR benötigt werden, um die Syrer in Not ausreichend zu versorgen.
Vor einem Jahr hatten die Regierungen in Kuwait rund 2,4 Milliarden Dollar zugesagt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon brachte zum Abschluss der Geberkonferenz seine Verärgerung darüber zum Ausdruck, dass es der internationalen Gemeinschaft nicht gelungen sei, den vierjährigen Bürgerkrieg zu stoppen. Die Verantwortlichen für die "großen Verbrechen" in Syrien müssten bestraft werden, forderte Ban Ki Moon.

Die EU erhöhte ihre Hilfszusagen an die Opfer des Bürgerkriegs um 1,1 Milliarden Euro. Damit übernehme die Europäische Union ihren Anteil der Verantwortung für die Linderung der Not in dem Bürgerkriegsland, sagte EU-Kommissar Christos Stylianides. Der Syrienkrieg sei die "größte humanitäre Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg".

Nach EU-Angaben versprachen die EU-Staaten und die EU-Kommission in Kuwait doppelt soviel Geld wie bei der Geberkonferenz im vergangenen Jahr. "Das Ausmaß der Krise in Syrien stellt die Kapazitäten des gesamten Systems der internationalen Hilfe auf die Probe", sagte Stylianides.

Die Bundesregierung sagte neue Hilfsgelder in Höhe von 255 Millionen Euro zu. Vom Auswärtigen Amt kommen 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Syrien und den Nachbarländern, wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte. Das Entwicklungsministerium hatte bereits 155 Millionen Euro zusätzlich zugesagt.

Kuwait und die USA wollen jeweils rund 500 Millionen Dollar (466 Millionen Euro) geben. Saudi-Arabien versprach, seine Hilfe um 60 Millionen auf 150 Millionen Dollar aufzustocken. An der Geberkonferenz nahmen mehr als 70 Staaten an dem Treffen teil.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zum Auftakt der Geberkonferenz gesagt, die Syrer seien Opfer der schlimmsten humanitären Krise der heutigen Zeit. Vier von fünf Syrern litten unter Armut und Mangel. Sie fragten nicht nach Mitleid, sondern nach Unterstützung.

Auch das UNHCR hatte die Weltgemeinschaft zu mehr Hilfe aufgerufen.
"Wir erreichen gerade einen Wendepunkt, die Situation ist dabei, untragbar zu werden", sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards der Deutschen Presse-Agentur. Hilfsorganisationen beklagen, dass sie für ihre Einsätze in Syrien und den Nachbarländern nicht genug Geld erhalten. Im vergangenen Jahr waren die UN-Hilfen nur zu 57 Prozent finanziert.

Laut UNHCR sind 3,9 Millionen Syrer vor dem Krieg in Nachbarländer geflohen. Rund 600 000 syrische Flüchtlingskinder erhalten keine Schuldbildung. In Syrien selbst brauchen dem UNHCR zufolge rund zwölf Millionen Menschen Hilfe. Seit Beginn des Konflikts vor mehr als vier Jahren sind mindestens 220 000 Menschen umgekommen.

(dpa)
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