Kosovo: Regierungschef rechnet mit Unabhängigkeit von Serbien
zuletzt aktualisiert: 20.11.2005 - 11:26Pristina (rpo). Die Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo werden aus Sicht von Regierungschef Bajram Kosumi trotz Widerstand aus Belgrad die völle Unabhängigkeit von Serbien ergeben. Das Kosovo sei seit sechs Jahren praktisch unabhängig und in den Beziehungen zu Belgrad "zu hundert Prozent unabhängig", sagte Kosumi.
Sinn der anstehenden Verhandlungen sei es, mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft die Unabhängigkeit des Kosovo festzustellen. "Aus unserer Sicht wird die Gründung des Staats Kosovo nicht mit Belgrad verhandelt werden", sagte Kosumi.
Direkte Gespräche mit Belgrad könne es nur bei "praktischen Fragen" geben, sagte der Regierungschef des Kosovo weiter. Dies betreffe Fragen des kulturellen und religiösen Erbes der serbischen Minderheit im Kosovo. Die serbische Seite könne nun Abstand nehmen von ihrem "nationalistischen Konzept", das zu blutigen Kriegen im ehemaligen Jugoslawien geführt habe, führte Kosumi weiter aus. Der serbische Regierungschef Vojislav Kostuniva habe die Gelegenheit, sein Land von der "Last der Vergangenheit zu befreien".
Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende Oktober der Aufnahme von Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo zugestimmt, die am Montag beginnen sollen. Nach dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien im Frühjahr 1999 wurde die südserbische Provinz im Juni des gleichen Jahres unter die Verwaltung der Vereinten Nationen gestellt. Die albanischstämmige Bevölkerungsmehrheit im Kosovo fordert die vollständige Unabhängigkeit der Provinz. Belgrad lehnt dies entschieden ab.
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