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Russlands moskau panorama vom fluss aus GMS 2005-0804
  Foto: Viking River Cruises, gms
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Skandal in Russland: Regierungswebseite gibt Polen Schuld an Zweitem Weltkrieg

zuletzt aktualisiert: 04.06.2009 - 17:24

Moskau (RPO). Das russische Verteidigungsministerium hat sich nach heftiger Kritik von einem umstrittenen Artikel auf seiner Internetseite distanziert, in dem Polen die Schuld am Beginn des Zweiten Weltkriegs gegeben wird.

Die in einer Sparte mit Geschichtsthemen veröffentlichten Beiträge spiegelten nicht die offizielle Meinung des Verteidigungsministeriums wider, sagte Ministeriumssprecher Alexander Drobyschewski der Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag. Auf der Internetseite würden auch "kontroverse" Artikel zur Militärgeschichte veröffentlicht.

Historiker gibt Polen die Schuld am Krieg

In dem Artikel gibt der Historiker Sergej Kowaljew Polen die Schuld am Beginn des Zweiten Weltkriegs. "Wer sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs unvoreingenommen beschäftigt, weiß, dass er wegen Polens Weigerung begann, den Forderungen Deutschlands nachzugeben", behauptet Kowaljew in dem Beitrag, der in einer Sparte veröffentlicht wurde mit dem Titel "Geschichte: Gegen Lügen und Fälschungen".

Dabei seien die Forderungen Deutschlands an Polen "ziemlich gemäßigt" gewesen, fährt Kowaljew fort. Deutschland habe 1939 lediglich Danzig annektieren sowie Straßen und Eisenbahnlinien nach Ostpreußen bauen wollen. Nazideutschland hatte Polen nach langer Planung im September 1939 unter einem Vorwand angegriffen.

Kommission soll Russland vor Geschichtsfälschungen schützen

Erst kürzlich hatte Russlands Staatschef Dmitri Medwedew Kritik mit der Bildung einer Kommission hervorgerufen, die Russland vor geschichtlichen "Fälschungen" verteidigen soll. Der Artikel sorgte nun erneut für Empörung. Die Zeitung "Wremja Nowostei" kritisierte den Beitrag als "schädlich" für Russland.

Als "private Meinung" sei der Inhalt des Berichts "schlichtweg falsch", sagte der Historiker Arseni Roginski. Stimme er mit der offiziellen Ansicht des Ministeriums überein, seien "gefährliche Deutungen der Geschichte zu weit gekommen". Werde die Aussage des Artikel für die Sicht des Ministeriums genommen, drohe eine Verschlechterung der internationalen Beziehungen, warnte Roginski.

Die Verbindung zwischen Russland und Polen gilt als historisch belastet. Die Sowjetunion hatte etwa kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs den sogenannten Hitler-Stalin-Pakt unterzeichnet, der Nazideutschland für den Überfall auf Polen freie Hand gab.

Quelle: AFP

 
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